Fall Lübcke: Neue Hinweise nach "Aktenzeichen XY" eingegangen

Pressekonferenz:Kassels Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke starb durch einen Kopfschuss aus nächster Nähe. Das teilten Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft am Montag

Walter Lübcke, ermittelt die Staatsanwaltschaft Kassel. Der Politiker wurde vor seinem Haus erschossen. Laut Bericht soll der Tatort manipuliert worden sein.

Lübcke war in der Nacht zum Sonntag gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) mit einer Schussverletzung am Kopf entdeckt worden. Die Ermittler haben bisher nur wenige Informationen zu dem Fall veröffentlicht.

Lübcke war am frühen Sonntagmorgen auf seinem Grundstück im Wolfhager Ortsteil Istha tot aufgefunden worden. Reanimierungsversuche waren erfolglos, zwei Stunden nach dem Fund konnte im Krankenhaus nur noch sein Tod festgestellt werden. Die Obduktion hatte ergeben, dass er erschossen wurde.

Der wurde mit einer Kleinwaffe, vermutlich einer Pistole, erschossen. Die Ermittler gehen von einem Verbrechen aus. Das LKA ist eingeschaltet, weil Lübcke als Person des öffentlichen Lebens gilt.

Das Motiv ist unklar. Ein konkreter Hinweis, der zur schnellen Aufklärung der Tat führen könnte, ist bislang noch nicht bekannt geworden. Lübcke wäre im Herbst in den Ruhestand gegangen. Eine Tatwaffe war nicht gefunden worden, für einen Suizid gibt es laut Staatsanwaltschaft keinen Hinweis.

Andreas Thöne, Sprecher der Kasseler Staatsanwaltschaft will das auf Anfrage unserer Zeitung nicht bestätigen. Auch auf die Frage, ob die Tatwaffe gefunden wurde, gibt es von den Ermittlern keine Antwort. Auf diese Weise könnten wichtige Spuren verwischt worden sein.

Ausserdem seien aber auch während und nach der Sendung "einige Fotos und Videos" von Besuchern einer Kirmes in der Nähe des Tatorts per Mail zugesandt worden. Auch nach Zeugen, die einen Schuss gehört hatten, wurde gesucht. Den Ermittlern liegen nun zahlreiche Aufnahmen aus unmittelbarer Tatortnähe vor. Diese soll im Laufe des Freitags abgeschlossen werden. Die Soko "Liemecke" wurde mittlerweile von etwa 20 auf rund 50 Beamte verstärkt.

Nach dem gewaltsamen Tod des CDU-Politikers wird Lübcke nun in den sozialen Medien von Rechtsextremen verhöhnt.

Sein überraschender Tod hatte am Sonntag Bestürzung ausgelöst: "Er war ein Brückenbauer, wie er besser nicht sein könnte", hatten unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Michael Boddenberg, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag, erklärt. Es ist allerdings gewusst, dass Walter Lübcke in der rechten Szene seit einer Äußerung bei einer Bürgerversammlung zu einem Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge im Jahre 2015 äußerst unbeliebt war.

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