Amazon & Co.: Grüne wollen Vernichtung von Retouren verbieten

Grüne fordern Online-Versandhändler sollen keine zurückgeschickte Ware mehr vernichten dürfen

Die Grünen wollen Online-Versandhändlern wie Amazon verbieten, neuwertige Waren nach deren Rücksendung zu vernichten. "Wir erleben eine Perversion der Wegwerfgesellschaft", sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mit dem wollen die Grünen etwas dagegen tun, dass Online-Händler wie Amazon neuwertige Ware vernichten.

Hier sei der Staat gefordert.

Göring-Eckardt stellte einen Drei-Punkte-Plan vor: "Erstens: Dem Online-Handel wird verboten, neuwertige Produkte, die zurückkommen, zu vernichten". Die Politikerin schlug vor, zurückgeschickte Produkte, die nicht mehr in den Verkauf könnten, zu verschenken - etwa über Sozialkaufhäuser.

Drittens müssten die Rohstoffe zurück in den Wertstoffkreislauf, so Göring-Eckhardt weiter. Demnach könne der Gesetzgeber alle verpflichten, die gewerblich neue Produkte in den Markt bringen, einen Zeitrahmen zu nennen, in dem er für die Produktqualität garantiere.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer warnte im "Handelsblatt" ebenfalls davor, "gleich die Verbotskeule zu schwingen".

Die bestellten Schuhe passen nicht, der Pullover hat die falsche Farbe und das Tablet hat einen Kratzer - viele Produkte, die die Deutschen im Internet bestellen, werden wieder an den Onlinehändler zurückgeschickt.

Bundesweit wird nach Internetbestellungen jedes sechste Paket wieder zurückgeschickt, wie Forscher der Uni Bamberg berechneten. Das ist wegen des Transports nicht nur eine zusätzliche Belastung für das Klima, ein großer Teil dieser Retouren wird dann auch nicht weiterverkauft, sondern vernichtet.

Bei Kleidung und Schuhen geht sogar fast die Hälfte der Pakete zurück an den Absender, wie die Forscher Ende April mitteilten.

Nur 79 Prozent der Ware kann nach dem Zurückschicken ganz normal weiterverkauft werden. Im Moment werden nur drei Prozent der Produkte weiter an industrielle Verwerter verkauft oder gespendet.

Marktführer Amazon hatte dazu vor wenigen Wochen erklärt, jede Rücksendung werde qualitätsgeprüft, neu verpackt und - wann immer möglich - wieder als Neuware angeboten. Zudem hätten seit 2013 mehr als 1000 soziale Einrichtungen Spenden bekommen.

Related:

Comments

Latest news

Bundesrat: Rente steigt - und mehr Bafög
Die Renten steigen um gut drei Prozent im Westen und um knapp vier Prozent in Ostdeutschland, der Bundesrat hat das gebilligt. Das deutliche Plus bei den Renten geht vor allem auf die gute Lage am Arbeitsmarkt und die jüngsten Lohnsteigerungen zurück.

Hochzeit mit Chris Pratt: Arnies Tochter Katherine Schwarzenegger vor dem Traualtar
Der US-Schauspieler Chris Pratt (39, "Jurassic World") und seine Freundin Katherine Schwarzenegger (29) haben geheiratet. Nach nur wenigen Monaten Beziehung hatten sich Katherine Schwarzenegger und Chris Pratt Mitte Januar verlobt .

Gina-Lisa Lohfink: Schlammschlacht! Antonino schlägt zurück
Liebes-Aus bei Gina-Lisa Lohfink und Antonino Carbonaro: Seit kurzem sind die beiden wieder getrennt. Eines ließ bei seiner Antwort auf das Interview aber besonders aufhorchen.

Großbritannien - Brexit-Hardliner Johnson will Ausstiegszahlungen an die EU zurückhalten
Er habe es immer merkwürdig gefunden, den gesamten Scheck zu unterschreiben, bevor ein endgültiges Abkommen abgeschlossen sei. Nach dem von May ausgehandelten Brexit-Vertrag soll das Geld über mehrere Jahre an die EU fliessen.

Schweden: Greta Thunberg und Fridays for Future erhalten Amnesty-Preis
Aus ihrem Schulstreik ist eine internationale Klimaprotestbewegung mit Hunderttausenden Anhängern geworden. Die Umweltaktivistin Greta Thunberg hat Papst Franziskus in Rom getroffen.

Other news