Mobilfunk - 5G-Auktion bringt Deutschland 6,6 Milliarden Euro

Insgesamt fand die Auktion nach 494 Runden und mehr als 12 Wochen ein Ende. Auch ein Westerwälder Unternehmen ist darunter.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, betonte, die Frequenzen sollten nicht nur für 5G verwendet werden, sondern auch für eine bessere Mobilfunkabdeckung in Deutschland. "Und uns steht mehr Geld zur Verfügung, um den Breitbandausbau auch in den Regionen Deutschlands besser werden zu lassen, wo das heute nicht so gut ist". Fachleute hatten mit 3 bis 5 Milliarden Euro gerechnet.

Die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen ist abgeschlossen.

Die Erlöse aus der 5G-Auktion fließen in das Sondervermögen "Digitale Infrastrktur" (Digitalinfrastrukturfonds) und sollen damit für eine öffentliche Förderung von Glasfaseranschlüssen und für Investitionen in die digitale Infrastruktur von Schulen eingesetzt werden. Ein Grund für den jetzt höheren Wert: Diesmal nahmen vier und nicht wie 2015 nur drei Netzbetreiber teil. Telefónica hat 1,4 Milliarden Euro in den Topf geworfen und der Neueinsteiger Drillisch war mit knapp 1,1 Milliarden Euro dabei.

Von den 41 Frequenzblöcken entfallen die meisten auf die Deutsche Telekom - der frühere Staatsmonopolist konnte 13 Blöcke abräumen und muss dafür 2,17 Milliarden Euro zahlen. So wollten Telekom, Telefónica und Vodafone die von der Netzagentur formulierten Ausbauziele und auch die Auflage zur gemeinsame Nutzung vorhandener Frequenzen zunächst nicht akzeptieren - die bestehenden Anbieter sahen ihre bereits getätigten Investitionen gefährdet. Drillisch muss 1,07 Milliarden Euro berappen. Drillisch hat bisher kein eigenes Netz, stattdessen nutzt das Unternehmen die Antennen der Konkurrenz. Gesichert hat sich das Unternehmen 4 Frequenzblöcke im 2-Gigahertz-Band sowie 9 Frequenzpakete im Bereich 3,6 Gigahertz. Die zur Auktion stehenden Nutzungsrechte gelten ab 2021 beziehungsweise 2026. Die Deutsche Telekom spricht von einem bitteren Nachgeschmack: "Wir hätten es deutlich früher und deutlich günstiger haben können", sagte Unternehmenssprecher Philip Schindera der ARD. Dieses sei "ein Dämpfer für den Netzausbau", sagte er dem SWR. Das Geld für den Erwerb der Frequenzen fehle den Netzbetreibern nun beim Netzaufbau. Bundesfinanzminister Olaf Scholz zeigte sich zufrieden. "Wir haben Frequenzen ersteigert, mit denen wir in der Lage sind, ein leistungsfähiges 5G-Netz aufzubauen", erklärte Ralph Dommermuth, Chef des Mutterkonzerns United Internet. Damit schlagen wir ein neues Kapitel in unserer Unternehmensgeschichte auf. Damit wird es nach dem Ende von E-Plus wieder einen vierten Netzanbieter in Deutschland geben. Die Versteigerung erfolgte an dem Mainzer Technikstandort der Bonner Regulierungsbehörde. Das Ringen war umkämpft und ging über 497 Runden.

Finanziell unerreicht ist die erste große Mobilfunkauktion aus dem Jahr 2000 für UMTS-Frequenzen (3G), als umgerechnet 50,8 Milliarden Euro erlöst wurden. Im Nachhinein war das zu viel, da die teils hoch verschuldeten Firmen danach nicht mehr genug Geld für einen umfassenden Netzausbau hatten.

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