5G-Mobilfunkauktion: Firmen bezahlen knapp 6,6 Milliarden Euro

5G-Mobilfunkauktion

Nach 497 Bieterrunden und stolzen 6,6 Milliarden Euro Ausgaben wurde gestern letztlich das Ende der Fahnenstange erreicht.

Das 5G-Netz überträgt Daten deutlich schneller als die bisherigen Netze und reagiert auch schneller. Wobei Telekom mit knapp 2,2 Milliarden Euro am meisten, 1und1 mit knapp 1,1 Milliarden hingegen am wenigsten bezahlt hat. Die Auflagen zum Ausbau, die den Firmen auferlegt wurden, kämen auch den ländlichen Regionen zugute. Telefónica hat 1,4 Milliarden Euro in den Topf geworfen und der Neueinsteiger Drillisch war mit knapp 1,1 Milliarden Euro dabei. Als vierter Netzbetreiber werde man einen Beitrag leisten, Deutschland zum Leitmarkt für 5G zu machen und neue Geschäftsfelder erschließen. Zudem könnte ein Chirurg dank 5G aus der Ferne übers Internet Operationen durchführen.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, bezeichnete die Auktion in einer Pressemitteilung als Erfolg.

Auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Sitta wertete den Ausgang der Versteigerung positiv: "Es ist sehr erfreulich, dass es einen weiteren Mobilfunkanbieter geben wird, denn mehr Wettbewerb führt zu niedrigeren Preisen und einer besseren Infrastruktur für die Verbraucher". Telekom-Sprecher Andreas Middel sagte: "Trotzdem hinterlässt die Auktion einen bitteren Nachgeschmack". Dieses sei "ein Dämpfer für den Netzausbau", sagte er dem SWR.

-Dirk Wössner, Vorstand der Telekom Deutschland. "Das Geld für die Auktion fehlt den Netzbetreibern in Deutschland", monierte er. Die hohen Kosten für die Firmen seien ein "Desaster für Deutschland", schließlich sollte man das Geld lieber in den Netzausbau stecken. "Digital-Deutschland verliert wertvolle Zeit". "Die Erlöse aus der Auktion haben den Gegenwert von bis zu zusätzlichen 50.000 Mobilfunkmasten". Was lange währt, wird erst nach Eingreifen der Netzagentur gut Noch in der letzten Woche hatte wir unter der Überschrift "Netzagentur zwingt zu deutlich höheren 5G-Geboten" darüber berichtet, dass die Bundesnetzagentur die Spielregeln für die Höchstgebote angepasst hatte, um nach eigenen Aussagen für eine Beschleunigung der Auktion zu sorgen. Insgesamt zahlen die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch 6,55 Milliarden Euro, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch in Mainz mitteilte. Die Netzbetreiber benötigen die nun ersteigerten Frequenzen, um das Netz der nächsten und damit fünften Technologiegeneration (5G) zu bauen. Als Neueinsteiger hat Drillisch Ausnahmeregelungen und muss daher weniger in der Fläche ausbauen als seine Konkurrenten. "Wir hätten uns ein stärkeres Bekenntnis zu mehr Wettbewerb gewünscht". Der bisherige Höchstwert ist von 2010, als die Versteigerung nach knapp sechs Wochen und 224 Runden vorbei war.

Österreich hatte bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen der neuen Generation 5G im März rund 188 Millionen Euro eingenommen. Im Nachhinein war das zu viel, da die teils hoch verschuldeten Firmen danach nicht mehr genug Geld hatten für einen umfassenden Netzausbau.

Kaum war die 5G-Frequenzauktion beendet, gab es aber auch schon Kritik. Funklöcher von damals bestehen mancherorts bis heute.

Related:

Comments

Latest news

YouTube - Rezo zu Gast beim Neo Magazin Royale
Er wird mit Satiriker Jan Böhmermann über die politische Debatte und den Wirbel sprechen, die er mit seinem Video ausgelöst hat. Es handelt sich dabei übrigens um die letzte " Neo Magazin Royale "-Ausgabe vor der Sommerpause".

Golf von Oman - Offenbar zwei Tanker angegriffen
Saudi-Arabien, einer der Erzfeinde Irans , hat die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman verurteilt. Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem Angriff auf einen norwegischen Öltanker im Golf von Oman stark gestiegen.

"Symbolischer Cent": Aldi nimmt künftig Geld für Obsttüten
Als Alternative zu den Hemdchenbeuteln wolle der Discounter von Herbst an wiederverwendbare Netze für Obst und Gemüse verkaufen. Mit der Verbannung der Knotenbeutel will nicht nur Aldi Herr über die Plastikflut in den Filialen werden.

Uber und Volvo stellen gemeinsam entwickelten autonomen XC90 vor
Sollte ein Primärsystem ausfallen, greifen die Backup-Systeme nach Darstellung von Volvo ein, um das Auto zum Stehen zu bringen. Auch im serienreifen Entwicklungsstand sind die Uber-Modelle immer noch auf einen "Mission Specialist" an Bord angewiesen.

Urteil zum Kükenschreddern: Das Töten von männlichen Küken bleibt erlaubt
Wirtschaftliche Interessen seien für sich genommen kein "vernünftiger Grund" für das Töten der männlichen Küken. Weil man das Geschlecht bisher erst nach dem Schlüpfen erkennen konnte, werden die männlichen Küken vergast.

Other news