Peter Schäfer zieht Konsequenzen: Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin tritt zurück

Blick auf die Fassade des Jüdischen Museums in Berlin in der Dämmerung

Der Direktor der Stiftung Jüdisches Museum Berlin (JMB), Peter Schäfer, ist zurückgetreten. Das Museum habe nie die Aufgabe gehabt, zu politischen Tagesfragen Stellung zu nehmen. Das Vertrauen der Jüdischen Gemeinschaft habe die Leitung des Hauses verspielt, so Schuster. "Alle Verantwortlichen müssen dazu beitragen, dass sich das Jüdische Museum Berlin wieder auf seine inhaltlich wichtige Arbeit konzentrieren kann", sagte sie. "Das Jüdische" müsse dort aber "mehr Einfluss haben". Das Jüdische Museum in Berlin ist eine Einrichtung des Bundes. "Ich habe kein Verständnis, dass eine Institution, die sich jüdisch nennt, Kritik an dem Bundestagsbeschluss retweetet", so Schuster. Den Rücktritt von Schäfer verlangt er nicht. Als Direktor des Jüdischen Museums Berlin hat er mit seiner Personalpolitik manch unkluge Entscheidung getroffen und zunehmend wenig politischen Instinkt bewiesen. "Ich bin zuversichtlich, dass das Team des Jüdischen Museums die von ihm angestoßenen Projekte, zu einem guten Abschluss bringen wird", so Grütters. Pro Jahr kommen rund 650.000 Besucher. Ministerpräsident Netanjahu forderte in einem Brief an Bundeskanzlerin Merkel, eine Ausstellung zu schließen. "Wir können uns nicht darauf beschränken, schöne Ausstellungen zu machen, die am Ende todlangweilig sind", erklärte Schäfer. Die Schau habe keine anti-israelische oder pro-palästinensische Propaganda gemacht. Im März hatte der Museumsbesuch eines iranischen Kulturattachés für Missstimmung gesorgt. "Wer sich antisemitisch äußert oder das Existenzrecht Israels bestreitet, hat bei uns keinen Platz", hat Schäfer eindeutig im Tagesspiegel-Interview klargestellt.

Dass ein nicht-jüdischer Wissenschaftler ein so bedeutendes jüdisches Museum leitet, war ungewöhnlich, aber ein interessantes Experiment, sein Scheitern ist zu bedauern.

Der mehrfach ausgezeichnete Judaist Schäfer hatte die Leitung des Museums im Jahr 2014 von Gründungsdirektor Michael Blumenthal übernommen. Grütters werde für den 20. Juni den Stiftungsrat des JMB zu einer Sondersitzung einberufen. Der 75-Jährige habe Kulturstaatsministerin Monika Grütters seinen Rücktritt angeboten, "um weiteren Schaden vom Jüdischen Museum Berlin abzuwenden", teilte das Museum am Abend mit. Eine Kommisison hat bereits vor einige Zeit mit der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger für Peter Schäfer begonnen, sie muss ihre Arbeit jetzt deutlich beschleunigen.

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