Nach Klagewelle: Bayer will Milliarden in Glyphosat-Alternativen investieren

Im Mai wurde Bayer zu über zwei Milliarden Dollar Schadenersatz an ein krebskrankes Ehepaar verurteilt

Seit der Übernahme des US-Agrarkonzerns Monsanto schlägt sich der Chemieriese Bayer mit Problemen herum - nicht zuletzt wegen Glyphosat. Zusätzlich sind vermehrt Partnerschaften mit Unkrautforschern weltweit geplant, um dabei zu helfen, kundenspezifische Lösungen für Landwirte auf lokaler Ebene zu entwickeln. Denn die Bayer-Aktien haben seit der Übernahme von Monsanto im vergangenen Jahr erheblich an Wert verloren - vor allem weil Monsanto im Zentrum zahlreicher Gerichtsverfahren in den USA steht, in denen die Kläger glyphosathaltige Mittel für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen.

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer setzt weiterhin auf den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat, steckt aber auch viel Geld in die Erforschung von Alternativen. Der Konzern sieht sich in den USA mit einer Klagewelle wegen möglicher Gesundheitsschäden durch Glyphosat konfrontiert. Die jüngste Niederlage geht mit einer Schadenersatzforderung der Geschworenen von rund 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Mrd Euro) einher. Dafür will Bayer nach eigenen Angaben neue Technologien entwickeln, die die Menge an Pflanzenschutzmitteln reduzieren und präzisere Anwendungen ermöglichen. Dollar zugesprochen. Der Konzern hat Berufung eingelegt oder angekündigt, viele Experten gehen aber letztlich von einem teuren Vergleich aus. Dagegen konstatierte die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörende Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) 2015, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend bei Menschen" sei. Der Konzern ist laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" mit rund 65 Tonnen pro Jahr größter Einzelabnehmer von Glyphosat in Deutschland. Die Urteile sind allerdings noch nicht rechtskräftig, und Bayer wehrt sich in allen Fällen gegen die Entscheidungen. Wie der Konzern mitteilte, soll die Umweltbilanz seiner landwirtschaftlichen Produkte deutlich verbessert und bis 2030 die Auswirkungen auf die Umwelt um 30 Prozent verringert werden. Während die Integration von Monsanto gut vorankomme, sollte nun auch das Engagement in puncto Transparenz und Nachhaltigkeit verstärkt werden, hieß es am Freitag.

Zugleich appellierte Bayer ausdrücklich an "Wissenschaftler, Journalisten und Nichtregierungsorganisationen, die wissenschaftliche Vorbereitung zum Wiederzulassungsverfahren von Glyphosat in der Europäischen Union aktiv zu begleiten". In Entwicklungsländern werde Bayer nur noch Pflanzenschutzprodukte auf den Markt bringen, wenn sie sowohl die lokalen Sicherheitsstandards des jeweiligen Landes erfüllten als auch die Anforderungen einer Mehrheit der führenden Zulassungsbehörden.

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