Trump wirft "New York Times" Hochverrat vor

Nahm sich einmal mehr ein Medium zur Brust US-Präsident Donald Trump. REUTERS  Leah Millis

Donald Trump schießt erneut gegen Journalisten und insbesondere gegen die "New York Times". Der aktuelle Vorwurf: Die Zeitung habe einen "virtuellen Akt des Hochverrats" begangen, wie der Staatschef twitterte. Er wirft der Zeitung Hochverrat vor, nachdem sie über mutmaßliche digitale Eingriffe ins russische Stromnetz berichtet hatte. Unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte hiess es, damit demonstriere die US-Regierung einen aggressiveren Einsatz von Cyber-Werkzeug. Unter anderem werde damit auf Berichte über russische Desinformationskampagnen und auch Hacker-Angriffe reagiert.

Dem Blatt zufolge haben die USA bereits seit 2012 das russische Stromnetzt im Visier. Nun seien die Amerikaner mehr zur Offensive übergegangen, indem sie "mit einer vorher nicht gesehenen Aggressivität" Schadprogramme im russischen Energiesystem platzierten. Dies diene zum einen als Warnung und zum anderen dazu, die USA im Fall eines größeren Konflikts mit Russland zu Cyberangriffen zu befähigen, berichtete das Blatt. "Sie tun oder schreiben was auch immer, ohne den geringsten Gedanken an Konsequenzen!", schrieb der US-Präsident. Schon im Wahlkampf erklärte Trump die Medien - allen voran etwa die "New York Times", CNN oder auch die "Washington Post" - zu Feinden der Politik und zu seinen persönlichen Gegnern.

"Sie werden es nicht glauben, aber die scheiternde New York Times hat gerade eine Story gebracht, dass die Vereinigten Staaten ihre Cyber-Attacken gegen Russland erheblich verstärken", schrieb Trump auf Twitter. "Das ist geradezu Hochverrat einer ehemals großen Zeitung, die so verzweifelt eine Geschichte will, irgendeine Geschichte, auch wenn sie schlecht für unser Land ist", schrieb Trump am Samstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Trump nahm dies zum Anlass, in einem zweiten Tweet gegen "unsere korrupten Medien heutzutage" zu wettern. Dieser hatte am Dienstag öffentlich gesagt, man werde sich digitale Ziele künftig genauer anschauen. Es gehe darum Russland - oder wer auch immer Cyberattacken auf die US-Infrastruktur betreibe, zu sagen: "Ihr werdet einen Preis dafür bezahlen".

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