Ägyptens Ex-Präsident Mursi ist tot

Hinter Gittern

Ägyptens früherer Präsident Mohammed Mursi ist tot. Ägyptens Staatsanwaltschaft leitete am Montagabend nach eigenen Angaben eine Obduktion an, um die Todesursache festzustellen. Wie aus den Quellen verlautete, brach Mursi bei einer Gerichtsanhörung zusammen und starb später im Krankenhaus.

Der islamistische Politiker war 2012 sein Amt als erster demokratisch gewählter Staatschef Ägyptens angetreten, war aber schon bald mit Massenprotesten konfrontiert und wurde im Juli 2013 vom Militär unter Führung des heutigen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi gestürzt.

Der mit der fundamentalistischen Muslimbruderschaft verbundene Mursi wurde nach seinem Sturz inhaftiert, vor Gericht gestellt und in mehreren Prozessen zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.

2012 war Mohammed Mursi - nach Langzeitherrscher Hosni Mubarak - zum Präsidenten gewählt worden.

Zuvor gehörte Mursi jahrelang zu den Anführern der islamistischen Muslimbruderschaft.

Mursi war 1951 in der ägyptischen Stadt al-Adwa geboren. Ihre Ziele sind bis heute die Umformung der Gesellschaft nach islamischen Moralvorstellungen und die Errichtung eines Staates, der auf den Prinzipien des islamischen Rechts ("Scharia") beruht. Nach der Wahl Sisis wurde die Bruderschaft in Ägypten aber als Terrororganisation eingestuft und offiziell verboten. Im Sommer 2013 kam es jedoch zu Massenprotesten gegen Mursi. Die Liste der Anschuldigungen war lang: Mursi bekam unter anderem wegen Geheimnisverrats, Anstiftung zur Gewalt und Spionage langjährige Haftstrafen. Im November 2016 hatte das ägyptische Kassationsgericht die Todesstrafe aufgehoben und einen neuen Prozess angeordnet. Mursis Nachfolger al-Sisi nannte Erdogan einen "Tyrannen", der sich an die Macht geputscht habe. Mursi soll während einer laufenden Gerichtsverhandlung gegen seine Person kollabiert sein.

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