Handelsstreit zwischen Indien und USA: Das Maß ist voll

Stoffhändler bieten in der indischen Metropole Mumbai ihre Ware zum Verkauf

Doch die Handelsgespräche brachen Anfang Juni ab, nachdem die USA die Exportanreize für indische Unternehmen zurückgezogen hatten, die ihnen im Rahmen des US-Programms Generalized System of Preferences (APS) geboten wurden. "China wird keine Angst vor Drohungen oder Druck der Vereinigten Staaten haben, die die wirtschaftlichen und handelspolitischen Spannungen noch verschärfen könnten", heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Leitartikel der Zeitschrift "Qiushi" der Kommunistischen Partei. Die Zollerhöhungen sind eine weitere Etappe im Handelsstreit zwischen den USA und Indien, der bereits vergangenes Jahr begann.

Indien hebt die Zölle auf insgesamt 28 Produkte aus den Vereinigten Staaten an: Betroffen sind unter anderem Mandeln, Walnüsse und Äpfel, wie die Regierung in Neu Delhi verkündete.

Indien ist der größte ausländische Käufer von amerikanischen Mandeln.

Die neuen Zölle würden es Indien ermöglichen, rund 217 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Einnahmen aus den US-Importen zu erhalten. Dollar in die USA, wie aus Daten des Handelsministeriums in Washington hervorgeht. Das entspricht mehr als der Hälfte der US-Mandelexporte.

Trump hatte Indien angesichts eines Handelsdefizits wiederholt wegen hoher Importzölle kritisiert. Die Erhöhungen richten sich auch gegen Lebensmittel wie Walnüsse, Kichererbsen, Linsen, Äpfel, Birnen und Artemia-Garnelen. In der Hoffnung, den Handelsstreit in Verhandlungen beizulegen, schob die indische Regierung diese Vergeltungsmaßnahme allerdings immer wieder auf. Nachdem Trump Indien in diesem Monat seinen Status als bevorzugter Handelspartner der USA entzog, reagierte Indien aber nun.

Eigentlich wollen die USA die Handelsbeziehungen zu Indien ausbauen als Gegengewicht zu China, gegen das Trump derzeit einen deutlich erbitterteren Handelskrieg führt.

Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Indien dürften zur Sprache kommen, wenn sich Trump und der indische Regierungschef Narendra Modi Ende Juni am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka treffen. Der Schritt erfolgte im Vorfeld des Besuches von US-Außenminister Mike Pompeo.

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