Walter Lübcke tot: Festnahme - Spur führt ins rechtsextreme Milieu

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Der Mord hatte sich in der Nacht zum 2. Juni im nordhessischen Wolfhagen-Istha ereignet. Die Festnahme im Fall Walter Lübcke bestätigten die Staatsanwaltschaft Kassel und das hessische Landeskriminalamt.

Eine Sprecherin der Behörde in Karlsruhe wollte sich zu den genauen Gründen für die Übernahme des Falls nicht äußern und machte auch keine Angaben zu den Berichten über einen möglichen rechtsextremen Hintergrund des Tatverdächtigen. Rechte Akteure hatten seinen Tod teils mit Häme und Schadenfreude kommentiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, wie sich manche in sozialen Netzwerken über dessen Tod geradezu hermachten, sei "zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig".

Zu dem Mann habe ein DNA-Spurentreffer geführt.

Der CDU-Politiker Lübcke war seit dem Jahr 2015 aus der rechtsextremistischen Szene angefeindet worden, nachdem er bei einer Bürgerversammlung im nordhessischen Lohfelden Kritikern der damaligen Flüchtlingspolitik entgegenhielt, wem es nicht passe, dass in Deutschland Menschen aufgenommen würden, dem stehe es "frei, dieses Land zu verlassen". Unklar sei jedoch, ob er auch heute noch in der Szene aktiv sei, berichten unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung". Nun wird sich allein die Bundesanwaltschaft als zuständige Behörde zu dem Fall äußern.

Lübcke hatte daraufhin Morddrohungen erhalten, die ihn jedoch in jüngere Vergangenheit nicht mehr erreicht hätten.

Der Tatverdächtige wurde am Sonntagnachmittag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Kassel vorgeführt.

Aufgrund der Indizienlage wurde Untersuchungshaftbefehl erlassen und der Tatverdächtige in die JVA Kassel I gebracht.

Die eigens eingerichtete Sonderkommisson "Liemecke" mit rund 50 Kriminalbeamten hatte in den vergangenen Wochen rund um die Uhr unter erheblichem öffentlichen Druck ermittelt, zahlreiche Zeugen vernommen und umfangreich Spuren gesichert. Er hat eine Einschusswunde am Kopf, stirbt in der Klink.

Kassel ist als einer von drei Regierungsbezirken in Hessen eine kommunale Gebietskörperschaft mit einem eigenen Regierungspräsidenten. Am Samstag - dem Tag der Festnahme des Tatverdächtigen - wurde der 65-Jährige in seinem Heimatort beigesetzt. Der Mann war nach einer Befragung wieder entlassen worden.

Lübcke hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

Der Fall Lübcke hatte auch deshalb für Aufsehen gesorgt, weil unmittelbar nach dem gewaltsamen Tod des CDU-Politikers zahlreiche Hasskommentare im Internet veröffentlicht worden waren.

Vielleicht bringen die nächsten Tage Licht ins Dunkel der Vermutungen. "Sollte sich bewahrheiten, dass der Täter aus der rechtsextremen Szene stammt, wäre meine Erwartung, dass der Innenausschuss des Bundestages für nächste Woche eine Sondersitzung anberaumt", sagte sie. Die Bundesanwaltschaft traf diese Entscheidung am Morgen, weil sich der Verdacht eines rechtsextremistischen oder rechtsterroristischen Hintergrunds erhärtete.

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