Derivate: Deutsche Bank will eine eigene Bad Bank gründen

The logo of Germany’s largest business bank Deutsche Bank is on display ahead of the bank’s annual shareholder meeting in Frankfurt Germany

Vor allem lang laufende Derivate, die zuletzt kaum Ertrag abgeworfen haben sollen in eine interne Abwicklungseinheit ("Bad Bank") ausgelagert oder verkauft werden, berichten die "Financial Times" und die Nachrichtenagentur Reuters und berufen sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Deutsche Bank plant, Wertpapiere im Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro in eine interne Bad Bank auszulagern.

Die Deutsche Bank plant im Zuge ihrer Umstrukturierung offenbar die Einrichtung einer sogenannten "Bad Bank".

Der Aktienkurs notiert nahe sechs Euro, ihre Kreditwürdigkeit ist nach jüngsten Experteneinschätzungen nur noch zwei Stufen von Ramsch entfernt: Die Deutsche Bank befindet sich in einer der schwierigsten Phase ihrer Geschichte.

Außerdem wolle das Finanzinstitut außerhalb Europas seine Aktienhandels- und Zinshandelsgeschäfte deutlich schrumpfen oder sogar komplett schließen. In diese sollen laut einem Bericht der "Financial Times" insbesondere Derivate abgeschoben werden.

Nur aus Transparenzgründen wurden bestimmte Kredite und Papiere im Volumen von 128 Milliarden Euro vom Kerngeschäft getrennt und in den darauffolgenden Jahren möglichst wertschonend verkauft - einige hielt man auch bis zum Ende der Laufzeit.

Was genau an den Bad-Bank-Plänen dran ist und ob es zusätzlich zu den Eckdaten noch weitere Einschnitte gibt, dazu gab es am Montag keine Angaben von der Bank.

Ende März hatte die Deutsche Bank in der Bilanz den Marktwert ihrer Derivate auf 331 Milliarden Euro beziffert - die gesamte Bilanzsumme der Bank belief sich auf 1,44 Billionen Euro. Die endgültige Entscheidung stehe noch aus.

Ganz neu sind die Spekulationen über eine "Bad Bank" nicht. Man werde Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit "sobald wie möglich über die Ergebnisse informieren".

Gerade erst hat die Bank tiefe Einschnitte angekündigt - doch den Anlegern dauert das zu lange. Sewing setzt dagegen auf stabile Geschäfte wie die Transaktionsbank, die Zahlungsverkehrslösungen anbietet, und die Vermögensverwaltung mit der Fondstochter DWS. Dies hatte der JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein, der die Bank seit vielen Jahren beobachtet, bereits Anfang Juni in einer Studie errechnet. Die gebeutelte Deutsche-Bank-Aktie legte zu Wochenbeginn fast vier Prozent zu und war damit mit Abstand größter Gewinner im Leitindex Dax. Die Fusion mit der Commerzbank war gerade geplatzt, da versprach er den Aktionären auf der Hauptversammlung im Mai große Umwälzungen: Die Bank werde sich nun auf die profitablen und wachsenden Bereiche ausrichten - und zwar "diszipliniert und kompromisslos".

Experten gehen davon aus, dass Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 24. Juli seine Pläne für den dringend benötigten forcierten Umbau der Bank vorlegen wird.

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