UN-Bericht zu Flüchtlingen: Anzahl steigt auf neues Rekordhoch

Das Flüchtlingskommissariat UNHCR veröffentlichte einen Bericht

Es waren 2,3 Millionen mehr als ein Jahr zuvor - und doppelt so viele wie vor 20 Jahren.

Das sind mehr 2,3 Millionen mehr als noch im Jahr zuvor - und das, obwohl die Zahlen laut UNHCR "konservativ angenommen" wurden.

Zum ersten Mal kam ein UNHCR-Flüchtlingskommissar nach Berlin, um den UN-Flüchtlingsbericht vorzustellen.

Weltweit gibt es so viele Flüchtlinge und Vertriebene wie nie zuvor in der fast 70-jährigen Geschichte des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).

Die Zahl der Flüchtlinge steigt. Im vergangenen Jahr hatte der UNHCR die Gesamtzahl noch auf 68,5 Millionen Menschen geschätzt.

Die Zahlen sind "besorgniserregend", sagte Grandi. Unter den 70,8 Millionen flüchteten 41,3 Millionen im eigenen Land, 25,9 Millionen waren außerhalb Flüchtlinge und 3,5 Millionen Asylsuchende. "Einige skrupellose Politiker haben erkannt, dass sie durch die Darstellung dieser Menschen als Bedrohung Konsens und Stimmen gewinnen würden", so Grandi weiter. Doch Ablehnung, Abschiebung oder das Errichten von Mauern werde nicht das Problem lösen, so der UNHCR-Chef. Die größte Bürde trügen nicht die westlichen Länder, in denen viele Politiker heute von einer Krise sprächen, die nicht mehr zu bewältigen sei.

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge war im vergangenen Jahr eigenen Land vertrieben. Die ärmsten Länder der Erde beherbergen ein Drittel der Flüchtlinge weltweit. Somit sei das auch eine "Krise der Armut", bemerkte Grandi.

UN-Hochkommissar Filippo Grandi: "Konflikte ziehen sich länger und länger hin". Rund 593.800 Flüchtlinge konnten nach Hause zurückkehren, während rund 62.600 die Staatsbürgerschaft ihres Aufnahmelandes verliehen bekamen. Jedoch sei das Gegenteil der Fall. Doch müsse immer wieder daran erinnert werden, dass diese Menschen vor Krieg, Konflikt, Gewalt und Diskriminierung geflohen seien.

"Deutschland ist ein Modell, das andere Länder kopieren sollten", betonte er. "Das Land hat Geld in die Integration gesteckt und so widerlegt, dass diese Krise nicht zu managen ist". Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zwar vielleicht einen hohen Preis für ihre Politik gezahlt, meinte Grandi. "Aber die Geschichte wird darüber urteilen, und ihre Politik wird als positiv in die Geschichte eingehen". Deutschland ist damit das einzige westliche Industrieland unter den Top Ten der Aufnahmeländer.

Die Zahl der Flüchtlinge ist einem UN-Bericht zufolge im vergangenen Jahr auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Mehr Flüchtlinge gab es nur in der Türkei (3,7 Millionen), in Pakistan (1,4 Millionen) und Uganda (1,2 Millionen). Venezolaner machten damit ein Fünftel aller neuen Anträge weltweit aus, und sie waren mit Abstand die größte Asylsuchergruppe, gefolgt von Afghanen und Syrern.

Die Zahl der neuen Asylanträge von Venezolanern ist nach UNHCR-Angaben auf 350'000 explodiert. An zweiter Stelle lagen Afghanen mit rund 107.000 und Syrer mit gut 106.000. Ihre Zahl schätzte das UN-Büro für Migration (IOM) 2017 auf 258 Millionen weltweit.

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