Deutsche Bank: Massiver Stellenabbau wegen Konzernumbau

Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt

Doch selbst wenn eine Wirtschaftskrise ausbleiben sollte: Die Deutsche Bank ist längst in die Todeszone abgestiegen, weil ihr Aktienkurs nur noch bei rund 7 Euro dümpelt. Konkret sollen die sogenannten bereinigten Kosten auf 17 Milliarden Euro gesenkt werden.

Die Deutsche Bank will außerdem in den kommenden Jahren rund ein Fünftel ihres Personals streichen. Das teilte Deutschlands größtes Geldhaus am Sonntag nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Die Bank werde damit nach dem Umbau noch rund 74.000 Vollzeitstellen haben.

Der umfassende Konzernumbau reißt die Deutsche Bank im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen. Einschließlich der Belastungen für die Restrukturierung rechnet die Bank nach vorläufigen Zahlen mit einem Verlust von etwa 500 Millionen Euro vor Steuern und 2,8 Milliarden Euro nach Steuern im Zeitraum April bis Ende Juni.

Es darf nicht vergessen werden, dass sich die Deutsche Bank mit der drastischen Kürzung im Investmentbanking aus einem Geschäftszweig zurückzieht, der noch vor der Finanzkrise 2007/08 für über 70 Prozent des Konzerngewinns verantwortlich war. Ihren negativen Ausblick für die Deutsche Bank behielt die Agentur wegen "signifikanter Herausforderungen" aber vorerst bei. Im Zuge dessen müssen Privatkundenchef Frank Strauß und die für Regulierungsthemen zuständige ehemalige Bankenaufseherin Sylvie Matherat ihren Hut lassen. Die Deutsche Bank ist vor rund dreißig Jahren in das internationale Investmentbanking aufgebrochen, weil ihr Deutschland zu klein erschien. Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass der für das Investmentbanking zuständige Sewing-Vize Garth Ritchie das Haus verlässt. Ersetzen wird sie unteranderem der Rechtsvorstand Karl von Rohr und der Risikovorstand Stuart Lewis.

Der bisherige SAP-Vorstand Bernd Leukert stößt zum 1. September 2019 als Vorstand für Digitalisierung, Daten und Innovation zur Deutschen Bank, um die IT auf Vordermann zu bringen. Simon, der bisher die Interessen der Scheichs im Aufsichtsrat vertrat, leitete zuletzt den Integritätsausschuss im Aufsichtsrat. Die Kosten der Deutschen Bank sind hoch, die Ergebnisse niedrig.

Die Zahl der Mitarbeiter wird bis 2022 auf etwa 74.000 Vollzeitstellen sinken. Bereits im vergangenen Jahr waren mehrere tausend Stellen im Konzern gestrichen worden.

Der Umbau geht auch am Vorstand nicht spurlos vorbei.

Hier sehen Sie - ständig aktualisiert - die außergewöhnlichsten Fotos aus aller Welt. Der Brite wird zum 31. Juli als Vorstandsmitglied zurücktreten. Strauß wird offenbar die schleppende Integration der Postbank zur Last gelegt. Dagegen galt schon länger als ausgemacht, dass das US-Handelsgeschäft mit Anleihen und Aktien gestutzt wird. Denn die Finanzaufsicht Bafin verpasste der Deutschen Bank einen Sonderaufpasser in Sachen Geldwäsche-Prävention.

Es sind erstaunlicherweise ausgerechnet die Arbeitnehmer, die sich sofort hinter Sewings Pläne gestellt haben - obwohl nie zuvor ein Deutsche-Bank-Chef einen ähnlich krassen Stellenabbau verkündet hat. "Nun sollte sich das größte deutsche Bankhaus auf seine Kernkompetenzen konzentrieren: das Geschäft mit Unternehmen, dem Mittelstand, Privatkunden sowie die Vermögensverwaltung", sagte der Präsident des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft, Mario Ohoven, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Dies gelte sowohl für das Geschäft mit Unternehmenskunden, das Finanzierungsgeschäft, das Geschäft mit Fremdwährungen, das Beratungs- und Emissionsgeschäft, das Privatkundengeschäft sowie das Asset Management. Die Transaktionsbank kümmert sich um den weltweiten Zahlungsverkehr sowie um Wertpapier- und Kreditgeschäfte für Unternehmen, Finanzinstitute und andere Großkunden.

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