Erdogan feuert Notenbank-Chef - Sorge wegen Folgen für die Wirtschaft

Der türkische Präsident Recep Tayyiip Erdogan hat den Chef der Notenbank gefeuert

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Chef der Zentralbank per Erlass abgesetzt. Ein Grund für den Austausch wurde nicht genannt. Ratingagenturen hatten dagegen Zinserhöhungen gefordert, um dem Anstieg der Inflation in der Türkei zu bremsen. Für Erdogan sind Zinsen "Vater und Mutter allen Übels".

Analysten hatten die Reaktion vorhergesehen und gesagt, die Entscheidung vom Samstag habe Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank verstärkt. Daher hätten Erdogan und Finanzminister Berat Albayrak, der Erdogans Schwiegersohn ist, den Zentralbankchef zum Rücktritt aufgefordert, hieß es in Regierungskreisen. "Präsident Erdoğan war unglücklich über die Höhe der Zinsen und er hat das bei jeder Gelegenheit gesagt". Türkische Medien hatten in den vergangenen Tagen schon über eine anstehende Entlassung Cetinkayas spekuliert, da er sich weigerte, die Zinsen zu senken.

Deutliche Kursverluste gab es bei der türkischen Lira.

Die Zentralbank hatte seit September den Leitzins bei 24 Prozent beibehalten, um der Inflation entgegenzuwirken. Zwischenzeitlich war die Wirtschaft der Türkei in eine Rezession gerutscht. Ein Waffendeal mit Russland hat einen scharfen Konflikt mit den USA ausgelöst.

Erdoğan hatte jüngst nach einem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump beim G20-Gipfel in Osaka erklärt, Trump wolle keine Sanktionen gegen die Türkei.

Die Verunsicherung der Märkte und Investoren kommt für die türkische Wirtschaft zur Unzeit. Uysal werde in den kommenden Tagen zu einer Pressekonferenz einladen. Uysal war seit Juni 2016 Stellvertreter an der Spitze der Bank. Die nächste Sitzung des Notenbankvorstands soll am 25. Juli stattfinden.

Die größte Oppositionspartei CHP äußerte harsche Kritik an Erdoğans Vorgehen. "Die türkische Zentralbank ist zu einer Geisel des Palastes geworden", twitterte CHP-Sprecher Faik Öztrak. Ibrahim Turhan, ein früherer Vizechef der Zentralbank, schrieb, die Entscheidung sei ein "schwerer Schlag gegen die Unabhängigkeit der Bank".

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