In aller Öffentlichkeit: "Operation Nachtwache": Rembrandt-Gemälde wird restauriert

Die Welt ganz zusehen wenn Rembrandts Nachtwache restauriert wird

Das berühmte Gemälde ist rund 17 Quadratmeter groß. Und wer nicht gerade zufällig in Amsterdam weilt, kann trotzdem zusehen. Drumherum wurde ein gläserner Raum gebaut, in dem die Experten auf beweglichen Podesten arbeiten werden.

"Die Nachtwache" heißt eigentlich "Die Kompanie von Kapitän Frans Banning Cocq und Leutnant Willem van Ruytenburgh macht sich bereit zum Ausrücken" und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das Gemälde zeigt die Amsterdamer Bürgerwehr.

Das Amsterdamer Reichsmuseum startet am Montag die "Operation Nachtwache". Dafür wird das 3,8 Meter hohe und 4,5 Meter breite Gemälde Pinselstrich für Pinselstrich mit Hilfe der neuesten Techniken untersucht. Die Experten erhoffen sich davon Erkenntnisse über den Schaffensprozess des Bildes, vor allem über die Farben, die der Maler benutzte - von der Grundierung bis zu den verschiedenen Farbschichten.

Verschiedene Pigmente im Bild, Übermalungen und Veränderungen, sollen exakt lokalisiert werden. Dort soll es zunächst untersucht und dann restauriert werden.

Zuletzt war die "Nachtwache" 1976 restauriert worden, nachdem ein psychisch kranker Mann sie im September 1975 mit Messerstichen beschädigt hatte. Heutzutage würden solche Eingriffe allerdings nicht mehr vorgenommen, so der Kunsthistoriker. Dabei geht es vor allem um Säuberungen.

SN/anp Ab jetzt steht Rembrandts "Nachtwache" unter genauester Beobachtung. Heute besuchen jährlich mehr als zwei Millionen Menschen das Reichsmuseum mit der weltweit größten Rembrandt-Sammlung. An einigen Stellen seien Farben verwischt und sei das Bild von einer weißlichen Schicht bedeckt, etwa der kleine Hund am unteren rechten Rand, teilte das Museum mit. Diese Arbeiten hinter verschlossenen Türen durchzuführen, sei keine Option gewesen, so Gregor Weber bei Deutschlandfunk Kultur: "Das Publikum möchte gerne wissen, was mit dem Bild passiert, das so viele Leute so sehr mögen und so sehr sehen wollen - da darf es keine Geheimnisse geben". Anfang Januar 1911 geschah dies zum ersten Mal, als ein arbeitsloser Seemann mit einem spitzen Schustermesser auf die Nachtwache einhackte. Mit der international bislang einmaligen "Operation Nachtwache" möchte das Museum Kunstliebhabern Einblicke in die üblicherweise geheimen Verfahren bei der Restaurierung von Meisterwerken geben. Die "Behandlung" des Kunstwerkes wird mindestens ein Jahr dauern.

Arbeiten hinter Glas: Das Vorhaben wir rund drei Millionen Euro kosten.

Related:

Comments

Latest news

Deutsche Bank: 3000 Mitarbeiter gefeuert - Chefs lassen teuren Schneider kommen
Aber ungünstiger hätte die Visite des Luxus-Anzug-Schneiders Fielding & Nicholson am Montag nicht sein können. Ende März 2019 hatte die Bank weltweit knapp 91 500 Vollzeitbeschäftigte, davon gut 41 500 in Deutschland.

Altmaier setzt auf Deeskalation im Handelskonflikt mit den USA
Diese haben große Werke in den Vereinigten Staaten und exportieren die dort produzierten Fahrzeuge auch in andere Länder. Deutsche Unternehmen seien verlässliche Partner der USA, die mehr als 692.000 Jobs in den USA sichern.

Virgin Galactic: Richard Bransons Weltraumtourismusprojekt soll an die Börse gehen
Go for it - der Milliardär Richard Branson am Dienstag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Börsenpläne seiner Weltraumfirma. Palihapitiya will selbst rund 100 Millionen Dollar einbringen und künftig als Verwaltungsratschef der neuen Firma fungieren.

"Schwiegertochter gesucht": Moderatorin Vera Int-Veen trauert um ihren Hund
Hab Spaß mit deiner Lotti und allen Freunden, die dich sicher schon mit einem Festmahl im Himmel empfangen haben. Du hast uns wahnsinnig viel Freude geschenkt und wir sind dankbar, dass du immer in unseren Herzen sein wirst .

Costa Cordalis: Angeliki "Kiki" Cordalis spricht über Todesursache
Sie standen früher häufig gemeinsam auf der Bühne: Costa Cordalis und seine Tochter Angeliki "Kiki" Cordalis (45). Das Minus auf seinem Konto glich der 75-Jährige mit eiserner Disziplin durch sehr viele Auftritte wieder aus.

Other news