Müllriese Remondis darf Grünen Punkt nicht kaufen

Lüner Müllriese Remondis darf Grünen Punkt nicht kaufen

Das Bundeskartellamt hat die geplante Fusion des Entsorgungskonzerns Remondis mit dem Grüne-Punkt-Unternehmen DSD untersagt. Der Zusammenschluss "hätte zu einer erheblichen Behinderung des Wettbewerbs bei den dualen Systemen geführt", erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt. Zu befürchten wären höhere Kosten für Mit-Wettbewerber, erhebliche Marktanteilsgewinne des dualen Systems und damit letztlich höhere Preise bei der Entsorgung von Verpackungen. Diese Abfallmengen könnte das fusionierte Unternehmen in Remondis-Anlagen umleiten und verbleibende Unteraufträge an Wettbewerber strategisch einsetzen, heißt es beim Kartellamt. Außerdem wäre ein solcher Zusammenschluss zu Lasten des Mittelstands und der Verbraucher gegangen, gab der Verband, der knapp 900 Mittelständler der Entsorgungsbranche vertritt, zu bedenken.

Remondis ist mit 7,9 Milliarden Euro Umsatz und 36.000 Mitarbeitern mit großem Abstand Marktführer in der deutschen Entsorgungswirtschaft. Dazu zählt etwa die Sammlung, Sortierung und Aufbereitung von Verpackungen sowie die anschließende Vermarktung und Verwertung. Das "unternehmerische Kalkül" des fusionierten Unternehmens hätte sich durch den Zusammenschluss geändert und letztlich hätten Verbraucher höhere Preise für Verpackungen befürchten müssen. Remondis als Entsorgungsunternehmen hätte nach einer Fusion einen Anreiz, seine Preise für die Sammlung, Sortierung und Aufbereitung für die Wettbewerber von DSD höher anzusetzen als vor der Fusion, um die Wettbewerber gegenüber dem eigenen Unternehmen DSD zu benachteiligen. Hier würde sich eine marktbeherrschende Stellung ergeben, sagte der Wettbewerbshüter - die gemeinsamen Marktanteile lägen bei 40 bis 60 Prozent.

Bereits im April hatten die Kartellwächter Bedenken geäußert. Die auf das künftige Verhalten der Unternehmen bezogenen Zusagen wären darüber hinaus zum Teil von einer Zustimmung anderer dualer Systeme abhängig gewesen. Remondis hat noch die Möglichkeit, innerhalb eines Monats Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einzureichen. Ein Remondis-Sprecher kündigte an, man werde das Schreiben prüfen. Dass es auf diese richterliche Prüfung der Entscheidung hinausläuft, deutet eine Reaktion von DSD an. "Es ist bedauerlich, dass das Bundeskartellamt seine Untersagungsabsicht trotz fundierter Argumente und weitreichender Zusagenangebote nicht aufgegeben hat". Die Kommunalen Abfallentsorger sehen in Remondis einen übermächtigen Konkurrenten, der ihnen zusehens das lukrativer Geschäft mit dem Müll abspenstig macht. Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der viele kleinere Remondis-Wettbewerber vertritt, begrüßte ebenfalls die Entscheidung.

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