Konflikte: Türkei will Bohrungen vor Zypern trotz Warnungen der EU fortsetzen

Türkei Dilovasi Das Bohrschiff

Die Türkei will in dieser Woche ihre Erdgassuche vor Zypern noch ausweiten.

Die Türkei fordert die Beteiligung der "Türkischen Republik Nordzypern" an der Ausbeutung der großen Gasfelder, die in den vergangenen Jahren vor der Küste Zyperns entdeckt wurden.

Die EU visiert Sanktionen gegen die Türkei wegen Gasbohrungen vor Zypern an. Die Botschafter der Mitgliedstaaten einigten sich am Mittwoch darauf, konkrete Planungen zu beginnen.

Wie aus einem Entwurf für die Beratungen der EU-Außenminister hervorgeht, wird über das Aussetzen der Verhandlungen über ein neues Luftverkehrsabkommen nachgedacht, zudem könnten EU-Hilfen gekürzt und die Kreditvergabe durch die Europäische Investitionsbank eingeschränkt werden. Demnach treffen sich EU-Gesandte am Mittwoch, um verschiedene Strafmaßnahmen gegen die Türkei zu erörtern, darunter die Einstellung von Luftverkehrsgesprächen und sogar Sanktionen. Am Montag war ein weiteres türkisches Bohrschiff, die "Yavuz", vor der Ostküste der Insel angekommen. Das Forschungsschiff "Barbaros Hayreddin" ist für seismische Untersuchungen weiter südlich unterwegs. Zypern hält die türkischen Aktivitäten für illegal. Die Türkei steht aber auf dem Standpunkt, dass die Gewässer, in denen sie aktiv ist, zu ihrem sogenannten Festlandsockel gehören. Sie will außerdem die " Rechte der türkischen Zyprer schützen", die von der griechisch-zyprischen Regierung in die Entscheidungen zur Ausbeute der Erdgasvorkommen in der Region nicht einbezogen würden. Sie hält den Norden von Zypern mit türkischen Truppen besetzt. Formal erstreckt sich die Autorität des EU-Mitglieds Republik Zypern über die gesamte Insel. Die Suche geht südlich vor Zypern weiter. Ankara lehnt Aktivitäten ab, die ohne die Zustimmung der türkischen Zyprer vorgenommen werden - vor allem, solange der Konflikt um die geteilte Insel nicht gelöst ist. Sie dürfe sich nicht nur der Solidarität willen an die Seite Zyperns stellen. Das türkische Außenministerium betonte nun, die EU könne im Streit um die Ausbeutung der Gasvorkommen keine "Rolle als unparteiischer Vermittler" einnehmen.

Der zypriotische Präsident Nicos Anastasiades hat die Türkei zuvor für ihre "beispiellose Eskalation illegaler Aktionen" verantwortlich gemacht, die eine "zweite Invasion" im östlichen Mittelmeerraum darstelle.

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