Machtkampf in der Arbeitsagentur: Finanzchefin Valerie Holsboer aus dem Vorstand abberufen

Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele und Valerie Holsboer

Viel Zeit hatte sie nicht, ihre Ideen und Konzepte in der Bundesagentur für Arbeit umzusetzen. Der Vorgang ist ungewöhnlich, zumal Holsboer vor ihrer Ernennung im April 2017 jahrelang für die Arbeitgeber im Verwaltungsrat saß und über sie in den Vorstand einzog.

Die umstrittene Spitzenmanagerin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Valerie Holsboer, muss vorzeitig ihre Vorstandsposition räumen. Eine Mehrheit des BA-Verwaltungsrats habe am Freitag ihre Abberufung beschlossen.

Der Verwaltungsrat wird über die Nachfolge im Vorstandsbereich Finanzen und Personal voraussichtlich im Herbst entscheiden.

Annelie Buntenbach, Vorsitzende des Verwaltungsrats und Sprecherin der Arbeitnehmerbank teilt dazu mit: "Wenn die Arbeitgebergruppe im Verwaltungsrat der BA das Vertrauen zu dem von ihr selbst vorgeschlagenen Mitglied im BA-Vorstand für unwiderruflich zerrüttet erklärt, ist keine tragfähige Grundlage für die weitere Arbeit des Vorstandes mehr gegeben".

Der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende Peter Clever und Sprecher der Arbeitgeberseite sprach von einem "Schlusspunkt eines leider notwendig gewordenen Konfliktes". Die Bundesregierung muss diesem Votum des Selbstverwaltungsgremiums der Bundesagentur noch zustimmen. Nun gelte es, sich wieder auf die Aufgaben der BA zu konzentrieren und nach vorn zu blicken. "Längst überfällig sind die Qualifizierung der Mitarbeitenden für neue anspruchsvolle Beratungsaufgaben und die zukunftsgerichtete Aufstellung von Eingangszonen und Kundenzentren der Arbeitsagenturen". Buntenbach: "Der Verwaltungsrat wird dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales zeitnah einen Vorschlag für eine Nachfolgerin machen, um den Vorstand der BA wieder zu komplettieren".

Die Schlagzeilen der vergangenen Tage waren heftig: "House of Cards für Arme", "Intrigantenstadl" oder "Entlassungsgrund: Frau, zu selbstbewusst" titelten Medien über den Machtkampf in der Bundesagentur für Arbeit. Die BA müsse sich verändern und trage eine enorme Verantwortung für viele Menschen. Die 42-jährige Juristin hatte den Posten erst vor gut zwei Jahren übernommen. Es gibt noch viel zu tun. "Darum bedauere ich sehr die Entscheidung von heute und auch, dass sie so unnötig laut und schädlich zustande gekommen ist".

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