VW und Ford weiten ihre Allianz aus

Jim Hackett, Vorstandsvorsitzender von Ford und Herbert Diess Vorstandsvorsitzender von VW bei der Detroit Motor Show im Januar

Das teilte der Wolfsburger Konzern am Donnerstagabend im Internetdienst Twitter mit und kündigte für Freitag eine Pressekonferenz an, die in New York stattfindet. Diesmal aber gibt es nur eine Logowand und schlechte Beleuchtung.

Volkswagen und Ford bauen ihre Zusammenarbeit aus.

Das Start-up aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania will ein System aus Software und Sensorik entwickeln, das es Fahrzeugen ermöglicht, innerhalb eines geografisch begrenzten Gebiets autonom zu fahren. Die wohl größte Herausforderung der Autoindustrie, ein enormes Risiko.

Damit komme VW dem Ziel näher, mit der Grundplattform einen "Industriestandard" zu schaffen: Über die höheren Stückzahlen komme man zu niedrigeren Stückkosten und mache so die Wagen erschwinglicher für die Kunden, die weltweit immer noch nicht recht überzeugt sind vom Elektroantrieb.

Volkswagen und Ford wollen künftig auch bei Elektrofahrzeugen und Roboterautos die Kräfte bündeln.

Der mit einem Ford-Namenszug geschmückte VW soll ab dem Jahr 2023 fahren, aber vorerst nur in Europa. Ford-Präsident und CEO Jim Hacket rechnet mit entsprechenden Skaleneffekten. "Ich möchte, das jeder versteht, wie wichtig das ist", sagt Hackett.

Ford kann gute Nachrichten brauchen, denn der zweitgrößte US-Autokonzern tut sich schwer in Europa - auch deshalb, weil die Regularien und die Kundenwünsche so anders sind als auf dem Heimatmarkt. Gerade werden Tausende Stellen gestrichen. "Synergien in mehreren Bereichen unserer weltweiten Zusammenarbeit werden dafür sorgen, dass wir mit ganzer Energie intelligente Fahrzeuge für eine smarte Welt entwickeln können". Bei der Automesse in Genf im März war er merklich geknickt, sprach von einer "Enttäuschung".

Entscheidend für die Allianz von VW und Ford dürfte nach Dudenhöffers Einschätzung am Ende vor allem die Gestaltung der Zusammenarbeit sein. Die Europazentrale von Argo soll in München angesiedelt sein, wo auch die VW-Tochter Audi ihre Roboterforschung hat. Diese sollen ab 2022 eingeführt werden. Dass das auch klappt, wollen jedoch weder Diess noch Hackett versprechen. "Es liegt noch ein verdammt langer Weg vor uns", sagt Diess.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der Universität Duisburg-Essen, sieht in der Kooperation jedenfalls einen schlauen Schachzug für beide Seiten.

Volkswagen und Ford wollen diese Technik jeweils in ihren Autos einsetzen - und sowohl in den USA als auch in Europa auf die Straße bringen. Bislang hat der amerikanische Konzern überhaupt keine elektrifizierten Fahrzeuge im Angebot, ohne die jedoch die europäischen Vorgaben zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes nicht zu bewältigen sein werden. Es soll autonomes Fahren Level 4 ermöglichen und insbesondere Ridesharing und Lieferdiensten in Innenstädten neue Möglichkeiten eröffnen. Die Entwicklung der Technologie ist teuer und aufwendig, wann und wie viel Gewinn sie einbringen wird weiterhin völlig offen. VW und Ford werden künftig gleich viele Anteile an dem Unternehmen halten, zusammen gehöre den beiden Konzernen nun eine deutliche Mehrheit, hieß es. Es gebe "nur Gewinner" - wenn die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Amerikanern denn auch wirklich gelinge.

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