Potsdam. Forderung Kaisererben wollen Wohnrecht im Schloss Cecilienhof

Die Villa Liegnitz im Park Sanssouci

Wie das Büro der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), bestätigte, laufen schon seit mehreren Jahren hinter den Kulissen Gespräche mit dem Hause Hohenzollern.

Hohenzollern-Oberhaupt Georg Friedrich Prinz von Preußen verlangt demnach zudem dauerhaftes unentgeltliches Wohnrecht für die Familie im Potsdamer Schloss Cecilienhof oder zwei anderen Schlossvillen.

Laut "Tagesspiegel" geht es um Tausende Kunstwerke von teils nationaler Bedeutung aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. Zuletzt hatte das Landgericht Koblenz eine Klage von Georg Friedrich Prinz von Preußen auf Rückgabe von Burg Rheinfels gegen das Land Rheinland-Pfalz abgewiesen. Nun gehe es unter anderem um rechtliche Unklarheiten im damaligen Vertrag. Nach Angaben der Kulturbeauftragten sind Sammlungsobjekte Gegenstand, die sich heute vor allem bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und beim Deutschen Historischen Museum befinden. "Zurzeit liegen die Verhandlungspositionen immer noch sehr weit auseinander", hieß es. Darunter seien historische Möbel, Textilien, Gemälde und Memorabilia, die im Schloss Monbijou ausgestellt waren.

Der Staat und der Preußenprinz streben einen außergerichtlichen Vergleich an, um künftige gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

In dem Brief an den Ururenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., der mit dem Ende der Monarchie 1919 hatte abdanken müssen, heißt es zu den aktuellen Forderungen der Hohenzollern: "Im Ergebnis dieser eingehenden Beratungen und Prüfungen muss ich Ihnen aber leider mitteilen, dass wir - die Vertreter Berlins, Brandenburgs und des Bundes sowie der drei Kultureinrichtungen - übereinstimmend in den von Ihnen übersandten Unterlagen keine hinreichend geeignete Grundlage für erfolgsversprechende Verhandlungen sehen". Danach haben die Hohenzollern jüngst noch weitere Forderungen erhoben, die für die öffentliche Hand unannehmbar sind.

Nach Informationen der Zeitung kündigte das Adelshaus zwischenzeitlich die Leihverträge für Kunstwerke mit öffentlichen Museen. Der Bund habe in dem Brief einen Gütetermin für den 24. Juli angesetzt, um zu beraten, ob es noch einen Lösungsweg gibt. Insgesamt gehe es dabei um weniger als 0,1 Prozent in den genannten Sammlungen. Sollte es zu einer Gesamtlösung kommen, müssten sowohl die Aufsichtsgremien der betroffenen Einrichtungen als auch die Finanzministerien des Bundes sowie der Länder Berlin und Brandenburg diese genehmigen.

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