KORREKTUR/ROUNDUP: Bieterschlacht um Osram - AMS legt Angebot vor

Unternehmen Osram Licht AG Osram Logo Schriftzug bei Nacht Firmenlogo an der Zentrale von OSRAM

Nur wenige Stunden nach einem Übernahmeangebot an den in Bedrängnis geratenen deutschen Beleuchtungshersteller Osram hat sich der österreichische Halbleiterkonzern ams aus Premstätten wieder zurückgezogen. Man habe zwar mit Osram über eine mögliche Übernahme gesprochen, sehe aber "nach Evaluierung der jüngsten Entwicklungen (.) keine ausreichende Basis" für weitere Verhandlungen.

Zuvor hatte Osram am Montagabend in München mitgeteilt, AMS biete im Zuge einer unverbindlichen, vorläufigen Interessenbekundung 38,50 Euro pro Aktie. Das Angebot der potenziellen Investoren, die das Unternehmen von der Börse nehmen wollen, bewertet Osram mit einem Eigenkapitalwert von 3,4 Milliarden Euro und einem Unternehmenswert von rund 4 Milliarden Euro. Die Osram-Aktie machte auf die Nachricht hin einen Sprung und notiert auf der Handelsplattform Tradegate 5,6 Prozent höher im Vergleich zum Xetra-Schluss. Dementsprechend erachtete der Osram-Vorstand die "Transaktionswahrscheinlichkeit als sehr gering". Im laufenden Geschäftsjahr rechnet das seit 2013 vom Technologiekonzern Siemens abgespaltene Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von 11 bis 14 Prozent. Osram bevorzugt ohnehin die tiefere Offerte zweier US-Finanzinvestoren. Der Vorstand von Osram konnte in der Ad-hoc-Meldung, üblicherweise eine sehr sachlich und nüchtern formulierte Information, seine Zweifel an den Plänen aus Österreich jedenfalls nicht verbergen. Die Finanzaufsicht äußere sich generell nicht dazu, ob konkrete Angebotsunterlagen schon vorlägen, erklärte eine Bafin-Sprecherin in Bonn auf Anfrage.

Gäbe es eine Rangliste der Übernahmeangebote mit der kürzesten Dauer, dann hätte die M&A-Welt ziemlich sicher einen neuen Spitzenreiter. Allerdings muss das Münchner Traditionsunternehmen nun auch AMS Einblick in die Bücher gewähren.

Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat von Osram befürworten das US-Angebot. Bain Capital und Carlyle wollen ihr Angebot zum größeren Teil selbst bezahlen, die restliche Finanzierung sei gesichert.

Nach offiziellen Geschäftszahlen hatte AMS Ende des ersten Quartals bereits langfristige Schulden in Höhe von etwa 1,8 Milliarden Euro. Dies ist die rechtliche Voraussetzung dafür, dass Bain Capital und Carlyle ihr Angebot an die Osram-Aktionäre veröffentlichen dürfen. Die Aktionäre sollen bis Anfang September Zeit haben, um das Angebot anzunehmen oder abzulehnen.

Anders als die zwei US-Firmen ist AMS jedoch kein Finanzinvestor, der ein Unternehmen in der Hoffnung auf Wertsteigerung übernimmt, um es nach einigen Jahren wieder mit Gewinn abzustoßen.

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