Satelliten-Navigationssystem Galileo ausgefallen - Welt

Das Logo des Galileo-Systems

Wichtigste Grundvoraussetzung war die Vorgabe, dass "Galileo" unter ziviler Kontrolle stehen würde. Allerdings habe die Firma eine Arbeitsgruppe, ein sogenanntes "Anomaly Review Board" eingerichtet, um den Fehler zu finden. Das System soll letztlich mit 30 Satelliten Navigationsdienste anbieten.

Galileo ist das europäische Gegenstück zu GPS, das der US-Armee gehört.

Erst wenn 30 Galileo-Satelliten in ihrer endgültigen Umlaufbahn sind und vollständig eingerichtet sind, soll das europäische Satellitennavigationssystem in den Regelbetrieb gehen.

Damit liegt das Prestigeprojekt der Europäischen Union deutlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Auf der Service-Seite des europäischen Global Navigation Satellite System (GNSS) kann man aktuell lesen, dass 24 von insgesamt 26 Satelliten nicht verfügbar sind. Die Daten der Satellitenbahnen werden von den Bodenstationen zu den Satelliten gesendet und diese Senden sie weiter an die Endgeräte.

Viele Empfangsgeräte sind deshalb darauf ausgerichtet, Signale mehrerer Satellitenanbieter auszuwerten. Denn das "Global Positioning System" (GPS) lässt aus militärischen Gründen für öffentliche Privatnutzer nur eine Genauigkeit von zehn Metern zu, wo technisch zentimetergenaue Positionsbestimmungen möglich wären. Da waren schon 1,5 Milliarden Euro in die Entwicklung geflossen - aber noch kein einziger Satellit im All. 27 davon sollen kontinuierlich im All sein, drei Zusatzsatelliten als Ersatz betriebsbereit bereitstehen.

Galileo ist seit einigen Tagen nicht mehr aktiv und europäische Forscher tüfteln eifrig an einer Lösung. Der Satellitenlaunch soll im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Er war laut GSA auch nicht von dem Systemausfall betroffen. Kontrollzentren stehen im bayerischen Oberpfaffenhofen und im italienischen Fucino.

Das Galileo-System soll auch in Zukunft für autonom fahrende Autos verwendet werden. 1999 plante die EU 2,2 bis 2,9 Milliarden Euro für den Galileo-Aufbau ein. Sowohl der Zeitpunkt als auch der Kostenrahmen wurden seitdem überzogen. Derzeitig sind im EU-Budget bis 2020 für den Aufbau 7,2 Milliarden Euro plus 3 weitere Milliarden Euro für den Betrieb vorgesehen. Das ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker, die von einem Milliardenprojekt ohne Nutzen sprechen.

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