Von der Leyens Nachfolgerin: CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer wird Verteidigungsministerin

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen applaudiert Annegret Kramp-Karrenbauer

Immer wieder hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (56) dementiert, ins Kabinett wechseln zu wollen. "Das kann man nicht lange offen lassen". Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus Kreisen des CDU-Präsidiums.

Kramp-Karrenbauer wird damit Nachfolgerin der scheidenden Ressortchefin von der Leyen, die gerade zur neuen Präsidentin der EU-Kommission gewählt wurde.

Zuerst hatte es in verschiedenen Medienberichten geheißen, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn solle neuer Verteidigungsminister werden.

In Präsidiumskreisen der CDU wurde am Dienstagabend von einem starken Signal für Kramp-Karrenbauer gesprochen. Auch in dieser Runde sei die Entscheidung für viele völlig überraschend gekommen, hieß es. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin hatte im Dezember den CDU-Vorsitz übernommen und sich dabei gegen den früheren Unions-Fraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn durchgesetzt.

Noch am Dienstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel "eine sehr schnelle Neubesetzung" des Postens versprochen. Das Bundesverteidigungsministerium, der Verteidigungsminister oder die Ministerin, sind Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt.

Merkel hatte Stunden zuvor bereits angekündigt, die wichtige Funktion könne man nicht lange unbesetzt lassen.

Der thüringische CDU-Vorsitzende Mike Mohring begrüßt dagegen den Schritt: "Ich war seit der Wahl von AKK der festen Überzeugung, dass die Parteivorsitzende der CDU dort hingehört, wo die Entscheidungen getroffen werden". Kramp-Karrenbauers Ernennung ist für Mittwoch um 11 Uhr im Schloss Bellevue vorgesehen.

Kanzlerin Merkel macht sich selbst ein Geburtstagsgeschenk: Ihre Wunschnachfolgerin tritt an diesem Mittwoch ins Bundeskabinett ein. Im CDU-Bundesvorstand waren in den vergangenen Wochen allerdings Stimmen laut geworden, die Vorsitzende habe ohne Regierungsamt keine ausreichende Bühne, um sich neben der Kanzlerin politisch profilieren zu können.

Auch sonst läuft der Start als Bundesministerin für AKK eher holprig: Wegen der Sommerpause und der Renovierung im Reichstag kann sie erst im September vereidigt werden. "Ich treffe Entscheidungen - gemeinsam mit der Regierungschefin und der Regierungspartei". Die Personalgewinnung angesichts zunehmender Konkurrenz um Fachkräfte. In einem "Spiegel"-Interview verlangte sie im März Nachbesserungen beim Verteidigungshaushalt". Kramp-Karrenbauer ist verheiratet und hat drei Kinder.

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