Zahl der AIDS-Toten sinkt weltweit — UN

Licht und Schatten gibt es im neuesten Bericht zu Zahlen von Neuansteckungen mit HIV und Aids-bedingten Todesfällen weltweit

Die größten Fortschritte beim Kampf gegen HIV und Aids verzeichneten die Regionen, die am schwersten von der Infektionskrankheit betroffen sind: das östliche und südliche Afrika mit insgesamt 20,6Millionen Infizierten. 2010 waren es noch 1,2 Millionen Menschen. Das entspreche einem Rückgang um 16 Prozent im Vergleich mit dem Jahr 2010.

Der Rückgang von HIV-assoziierten Toden sei vor allem auf medizinische Fortschritte in Ost- und Südafrika zurückzuführen, so UNAIDS. In Südafrika sei die Zahl der Neuinfektionen und die der Aidstoten aber seit 2010 jeweils um 40 Prozent zurückgegangen, während sich zum Beispiel in Osteuropa und Zentralasien im selben Zeitraum fast 30Prozent mehr Menschen mit HIV angesteckt haben.

Weltweit starben 2018 rund 770.000 Menschen an der Immunschwächekrankheit, wie aus dem veröffentlichten Jahresbericht des UN-Programms für HIV/AIDS (UNAIDS) hervorgeht. Nur gut 60 Prozent wurden aber mit den lebenswichtigen Medikamenten versorgt. "Wir brauchen dringend mehr politische Führung, um Aids auszumerzen", erklärte die Chefin des UN-Hilfsprogramms, Gunilla Carlsson.

Auch im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Lateinamerika nahmen die Infektionen zu. Erstmals seit 2000 seien die weltweit verfügbaren Mittel zurückgegangen. Das seien bereits eine Milliarde weniger gewesen als im Vorjahr 2017.

Mangelnder politischer Willen und ungenügende Mittel könnten das bisher Erreichte wieder untergraben, warnte die amtierende Unaids-Chefin.

Der UN-Bericht zeigt auch Rückschritte im Kampf gegen AIDS auf. "Aids auszumerzen ist möglich, wenn wir uns auf Menschen und nicht Krankheiten konzentrieren (.) und versuchen, vor allem die Menschen zu erreichen, die am meisten betroffen sind", fügte sie hinzu. So hätten im vergangenen Jahr noch 19 Milliarden Dollar für Maßnahmen gegen das HI-Virus zur Verfügung gestanden. Der Verein beklagt, dass die Zahl der Todesfälle anders als angestrebt zuletzt kaum gesunken sei.

"Wir können nicht feiern oder über Erfolge sprechen, während Hunderttausende weiterhin jedes Jahr an Aids sterben, weil sie keinen Zugang zur HIV-Grundversorgung haben", sagte Gilles Van Cutsem, HIV-Experte von Ärzte ohne Grenzen. "Denn sie leben entweder in Ländern, die vernachlässigt werden, oder sie sind Teil vernachlässigter Bevölkerungsgruppen, oder die Politik hat sie ignoriert". Ärzte ohne Grenzen forderte alle Akteure auf, mehr zu tun, um tödliche Infektionen zu bekämpfen, die den Aids-Tod verursachen.

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