Netflix-Aktie deutlich unter Druck: Netflix enttäuscht mit schwachem Nutzerwachtum

Netflix-Standort

Der Streamingdienst Netflix hat seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal veröffentlicht und die Anleger damit vergrätzt. Ursprünglich wollte Netflix selbst fünf Millionen neue Kunden gewinnen, daraus ist allerdings nichts geworden. Insgesamt hatte Netflix am Ende des zweiten Quartals rund 151,6 Millionen zahlende Kunden.

Zuletzt hat Netflix in zahlreichen Märkten die Preise erhöht, das kam bei vielen aktuellen und potenziellen neuen Nutzern nicht gut an. Es tröstete die Börsianer auch nicht, dass der Umsatz im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar gestiegen war und der Konzerngewinn mit 270,7 Millionen Dollar zwar unter dem Wert von 384,3 Millionen im Vorjahreszeitraum, aber über den Vorhersagen der Finanzanalysten lag.

Netflix räumte eine besonders schwache Nutzerentwicklung in Regionen ein, wo im vergangenen Quartal Preiserhöhungen vorgenommen wurden.

Der wirkliche Härtetest steht Netflix aber ohnehin erst noch bevor: Nachdem Entertainment-Giganten wie Walt Disney das rasante Wachstum des Senkrechtstarters jahrelang relativ passiv verfolgten und dabei immer mehr Kabelkunden ans Fernsehen im Internet verloren, beginnt jetzt der Gegenangriff. Es muss aber auch erwähnt werden, dass der Aktienkurs im Jahresverlauf schon um 35 Prozent stieg, so dass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig ist. Doch weil Disney und Co. nun eigene Online-Dienste starten, wandern Marvel-Produktionen und andere Hits zu ihnen.

Schlecht aufgestellt ist das Unternehmen trotzdem nicht. Netflix hat ein enormes Produktionsbudget - alleine dieses Jahr dürfte rund 15 Milliarden Dollar in exklusive Inhalte fließen - und verfügt über großes Markenpotenzial, das längst nicht ausgeschöpft ist.

Und auch wenn HBO - vor allem dank der Abschlussstaffel von "Game of Thrones" - Netflix mit insgesamt 137 Nominierungen bei der diesjährigen Emmy-Preisverleihung klar ausgestochen hat, dürfte dies nur eine Momentaufnahme sein.

Netflix setzt nun mit der dritten Staffel von "Stranger Things" die erfolgreiche Serie fort. Denn nicht nur die Entertainment-Riesen aus Hollywood wollen die Jagd auf Netflix eröffnen. Hinzu kommen bereits vorhandene Kontrahenten wie Amazon und Hulu, die ebenfalls keine Anzeichen von Wettbewerbsmüdigkeit zeigen.

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