Morddrohung nach "Tagesthemen"-Kommentar zu AfD - Schlaglichter"

Meuthen in Cottbus

Unklar ist auch, ob sich die Anzeige gegen Unbekannt oder eine konkrete Person richtet.

Der WDR hat wegen einer Morddrohung gegen den Leiter der Redaktion Monitor, Georg Restle, Strafanzeige gestellt. Das Schreiben ist dem Anschein nach dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen. Aus Anlass der Einstufung der "Identitären" als "rechtsextremistische Bewegung" durch den Verfassungsschutz kommentierte Restle deren Nähe zur Partei: "Was bei den 'Identitären' Ideologie ist, ist bei der AfD quasi Programm", sagte er: "Wer dieses Nazi-Netzwerk also schwächen will, darf der AfD keinen Raum, keine Bühne und erst recht keine Stimme geben".

Die Staatsanwaltschaft Köln war am Freitag zunächst nicht erreichbar.

"Dass es eine Morddrohung gegen einen unserer Journalisten gibt, entsetzt und erschüttert mich", sagt WDR-Intendant Tom Buhrow zu dem Vorgang.

"Wir verurteilen die widerliche Morddrohung gegen den Journalisten Georg Restle und stehen an seiner Seite", teilte Frank Stach, Vorsitzender des nordrhein-westfälischen Landesverbands des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV-NRW), am Freitagabend mit.

"Es muss konsequent gegen Brandstifter vorgegangen werden, die Hass den Boden bereiten", sagte er weiter.
Restle sei ein ausgezeichneter investigativer Journalist, der die politische Landschaft in Deutschland kritisch begleite. Der Fall des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zeigte zudem, dass aus Drohungen inzwischen bitterster Ernst werden kann.

AfD-Chef Meuthen reagierte in einer Rede darauf.

Der Meinungsbeitrag des WDR-Journalisten Restle wurde bei der kritisierten Partei nicht eben sportlich aufgenommen. Dann fügte er hinzu: "Mit uns nicht, mit uns nicht, ihr totalitären Schurken, mit uns macht ihr das nicht".

Restle hatte darauf auf Twitter gekontert: "AfD-Bundessprecher außer Rand und Band: ‚Totalitärer Schurke' und ‚abstoßender Feind der Demokratie', nennt mich @Joerg_Meuthen beim #AfD-Wahlkampfauftakt in #Cottbus". Gemäßigt sei da (schon lange) nichts mehr.

Zu den Äußerungen Restles, welche deutlich als Kommentar gekennzeichnet waren, sagte der medienpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Martin E. Renner, es seien "Ehrabschneidende Unterstellungen", er habe dem Inendanten des Senders einen offenen Brief geschrieben. "In unserem Kampf für demokratische Institutionen prüfen wir derzeit weitere Schritte, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu ihrem Recht zu verhelfen".

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