Carola Rackete ist nicht mehr Teil der Sea-Watch-Crew - Brennpunkte

UN_Genf

Nun ermittelt Italien wegen des Vorwurfs der Beihilfe zur illegalen Einwanderung und des Widerstandes gegen ein Kriegsschiff.

Die frühere Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete ist vier Stunden lang von der Staatsanwaltschaft im sizilianischen Agrigent vernommen worden. Laut ihres Anwalts handelte es sich um eine gut dokumentierte Rettung. Im Internet gab es unzählige Hasspostings und Drohungen gegen Vella. Sie hielt sich bisher an einem unbekannten Ort in Italien auf.

Das Verfahren gegen Rackete wird sich aller Voraussicht nach länger hinziehen.

Italien und Malta lehnten bei einem Treffen der EU-Innenminister am Donnerstag in Helsinki einen deutsch-französischen Vorschlag ab, zeitlich befristet ankommende Migranten auf einige andere Länder zu verteilen.

Die "Sea-Watch 3" hatte am 12. Juni 53 Bootsflüchtlinge aufgenommen. Sie hoffe, dass die EU-Kommission nach der Wahl des neuen Europaparlaments alles Mögliche unternehmen werde, damit künftig Situationen wie diejenige der "Sea-Watch" vor Lampedusa vermieden würden.

Doch danach sieht es nicht aus. Die Staatsanwälte haben angekündigt, sie würden wahrscheinlich erst nach dem Sommer entscheiden, ob sie die Vorwürfe gegen die Sea-Watch-Kapitänin fallen lassen oder einen Prozess beantragen.

Carola Rackete sei auf dem Weg nach Deutschland, so eine Sprecherin der Hilfsorganisation. Rackete sei frei und durch keinerlei Arrestauflagen gebunden, sagte ihr Anwalt Alessandro Gamberini nach der über dreistündigen Befragung am Donnerstag vor Journalisten in Agrigent. Rackete sagte, dass sie jetzt nach Deutschland zurückkehren werde. Zumal ihre Forderung, eine halbe Million Migranten aus Libyen sowie generell Klimaflüchtlinge aus Afrika in Europa aufzunehmen, weithin als Indiz dafür gesehen wird, dass sie als politische Aktivistin und nicht aus humanitären Gründen gehandelt habe. Wichtig sei, dass das Schiff "Sea-Watch 3" wieder freigegeben werde. Rackete wird also mindestens bis zur nächsten Mission nicht als Kapitänin fahren.

Die Kapitänin Carola Rackete war Ende Juni auf Lampedusa festgenommen worden, nachdem sie das Schiff mit 41 Migranten an Bord entgegen der Anweisungen der italienischen Regierung in den Hafen der Mittelmeerinsel Lampedusa gesteuert hatte. Rackete begründete ihr Vorgehen mit der verzweifelten Lage der Menschen an Bord, nachdem sich über zwei Wochen lang kein Hafen zur Aufnahme der "Sea-Watch 3" bereit erklärt hatte.

Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte am Freitag, er könne es nicht erwarten, "diese verwöhnte deutsche Kommunistin auszuweisen und sie nach Hause zu schicken".

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