Qualcomm muss 242 Millionen Euro Strafe zahlen — EU

EU-Kommissarin Margrethe Vestager im Verfahren gegen Qualcomm

Brüssel (Reuters) - Die EU-Wettbewerbshüter haben Qualcomm zum zweiten Mal eine Geldstrafe aufgebrummt. Wegen unlauteren Verhaltens wird eine Millionenstrafe fällig.

Die EU-Kommission hatte Qualcomm vor einem Jahr bereits eine Strafzahlung von knapp einer Milliarde Euro auferlegt, weil der Konzern den iPhone-Hersteller Apple dafür bezahlte, dass er nur Qualcomm-Chips verwendete. Qualcomm will Widerspruch einlegen.

Im Kern geht es um Modem-Chipsätze für den Mobilfunkstandard UMTS der dritten Generation (3G), die die Verbindung von mobilen Geräten mit Mobilfunknetzen und dem Internet ermöglichen. Interne Dokumente hätten gezeigt, dass dies absichtlich geschehen sei.

Letztlich muss man wohl konstatieren, dass das Vorgehen Qualcomms von Erfolg gekrönt war: Icera wurde 2011 von Nvidia geschluckt, das seine Baseband-Chip-Sparte, in der Icera aufgegangen war, 2015 abwickelte.

Qualcomm spielt als Chiplieferant nach wie vor eine herausragende Rolle.

Damals ging es um aus Sicht der Wettbewerbshüter unerlaubte Methoden, mit denen sich das Unternehmen einen Platz für seine Chips in Apples iPhones und iPads sicherte.

In einem seit mehreren Jahren laufenden Wettbewerbsverfahren gegen Qualcomm ist es nun zu einer vorläufigen Entscheidung gegen den US-amerikanischen Chip-Riesen gekommen. Nach Einschätzung der Wettbewerbshüter wollte Qualcomm dort vor allem Intel aus dem Markt heraushalten. Bei Mobilfunkchips hatte der PC-Chiphersteller in der jüngeren Vergangenheit häufig gegen Qualcomm das Nachsehen. Diese Stellung soll Qualcomm benutzt haben, um bestimmte Mengen von UMTS-Chipsätzen zu Verdrängungspreisen an Huawei und ZTE zu veräußern, und zwar zu einem Zeitpunkt, in dem Icera sich zu einem rentablen Anbieter von UMTS-Chipsätzen entwickelte. Zudem wurde Qualcomm auch schon in anderen Ländern wegen seiner Praktiken ins Visier genommen, wo es ebenfalls laufende Verfahren gibt.

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