Metall-Arbeitgeber drohen mit Ausstieg aus Flächentarifvertrag - Wirtschaft

Die IG Metall kämpft für höhere Löhne den Arbeitgebern sind die Forderungen der Gewerkschaft aber mittlerweile zu hoch

Whistles with the German industrial trade union IG Metall logo during a 24-hour strike at VAC (VACUUMSCHMELZE) plant in Hanau, Germany, January 31, 2018.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, drohte der Gewerkschaft mit einem Ende des Flächentarifvertrags, der seit Jahrzehnten die Arbeitsbedingungen von 1,9 Millionen Beschäftigten regelt. Sie setze zu hohe Löhne und zu viel Freizeit durch. Dies führe zu immer mehr Austritten aus seinem Verband.

In der Metall- und Elektroindustrie zeichnet sich ein Grundsatzkonflikt zwischen den Arbeitgebern und der IG Metall ab.

Der Arbeitgebervertreter forderte unter anderem, dass sogenannte "Tagesstreiks" künftig nur noch nach einer gescheiterten Schlichtung erlaubt sein dürfen. "Wenn alle Unternehmen die Tarifbindung verlassen, kann die Gewerkschaft zusehen, wie sie sich im Häuserkampf durchschlägt", sagte Dulger der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag.

SZ: Herr Dulger, Sie haben ein Leitbild vorgelegt, aus dem klar hervorgeht: Sie wollen weg vom bisherigen Tarifsystem. "Das ist doch vollkommen kontraproduktiv: den besten und treuesten Kunden permanent vor den Kopf zu stoßen". Nach mehreren Wochen mit Warn- und Tagesstreiks setzte die IG Metall eine Steigerung der Löhne von 4,3 Prozent durch. Zudem können Beschäftigte zwischen acht zusätzlichen freien Tagen oder einer Sonderzahlung wählen. "Es war ein sehr, sehr hoher Abschluss, der bei uns zu Austritten geführt hat", sagte Dulger. Er sorge sich deshalb um die Tarifbindung - aber auch um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie.

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