Smartphone-Modems gesichert:Apple schnappt bei Intel zu

Intel Modem Chip

Intel wird weiterhin die Möglichkeit haben, Mobilfunk-Modems zum Beispiel für PCs, autonome Autos sowie vernetzte Geräte im Internet der Dinge zu entwickeln, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit.

Apple holt sich mit einem milliardenschweren Zukauf eine weitere Schlüsseltechnologie seiner iPhones ins eigene Haus: Der Konzern kauft Intel die Mehrheit seiner auf Smartphone-Modems spezialisierten Sparte ab.

So hatte Apple beispielsweise früher schon entschieden, Prozessoren für iPhones und iPads nicht länger zuzukaufen, sondern selbst zu entwickeln.

Laut Aussagen von Apple stärkt die Übernahme von Intel die wachsende Gruppe der Mobilfunktechnologien und trägt dazu bei, die Entwicklung zukünftiger Produkte zu beschleunigen, damit sich diese von der Masse abheben. Mit der Einführung der noch schnelleren 5G-Netze wird ihre Bedeutung noch weiter steigen. Etwas, das die grossen Konkurrenten von Apple - die Konzerne Samsung und Huawei - schon länger selber vorantreiben.

Viele der heutigen Smartphones sind allerdings noch gar nicht "5G-tauglich". Das durch Apple von Intel erworbene Patentportfolio ist groß - Apple hält nach dem Kauf mehr als 17.000 Schutzschriften insgesamt, darunter Protokolle für Mobilfunkstandards, Modemarchitekturen sowie Modemfunktionsweisen. Die Einigung sieht vor, dass Qualcomm Apple mehrere Jahre Modem-Chips liefern wird.

Zwischen Apple und Qualcomm gab es zeitweise einen heftigen Streit. Unter anderem legte der Konzern einen Standort unweit der Qualcomm-Zentrale in San Diego an und warb auch Mitarbeiter ab.

Demzufolge musste Apple sich auf einen Deal mit Qualcomm einlassen, um die iPhone-Modelle des Jahres 2020 mit 5G-Modems ausstatten zu können.

Das Intel-Team befindet sich im Ortsteil Unterbiberg von Neubiberg im Landkreis München, genauer die Intel Mobile Communications GmbH - so heißt die 2010 für 1,4 Milliarden US-Dollar von Infineon übernommene Sparte. Erst vor einigen Monaten hatte Qualcomm sogar ein Verkaufsverbot für iPhones mit Intel-Modem in Deutschland erwirkt. Somit dürfte beim iPhone-Konzern alles auf Kurs zur eigenen Hardware sein.

Der iPhone-Konzern bekommt mit dem Zukauf der Intel-Sparte Patente in die Hand, die als Abschreckung gegen mögliche künftige Patentklagen von Qualcomm dienen könnten.

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