Hohe Kosten: Tesla erneut mit Millionen-Verlust

Das Model 3 verschlingt noch viel Geld

Dabei hatte Konzernchef Elon Musk - auch wenn er leicht hinter der eigenen Ankündigung zurückblieb - seine Kritiker Anfang Juli noch mit einem Auslieferungsrekord eines scheinbar Besseren belehrt. Die jüngsten Zahlen aber zeigen, Tesla ist mehr Restrukturierungfall statt Wachstumsstory. Die Anleger verkaufen in Scharen ihre Anteile. Im ersten Quartal 2019 hatte der Verlust aber noch bei 702 Millionen US-Dollar gelegen, im zweiten Quartal 2018 bei 718 Millionen US-Dollar. Der Aktienkurs brach nach Börsenschluss an der New Yorker Wall Street um rund elf Prozent ein. Damit erwirtschaftete Tesla 6,349 Milliarden Euro - und machte dennoch einen Verlust von 1,12 Dollar je Aktie.

40 Cent Verlust je Aktie - das waren die Erwartungen der Märkte. Doch erwarten Analysten für das laufende dritte Quartal 6,7 Milliarden Dollar Umsatz, was sogar ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr entspräche. Bedenklich aber stimmt: Die kurzfristigen Verbindlichkeiten beliefen sich auf 3 Milliarden Dollar, während die langfristigen Schulden mittlerweile bei 11 Milliarden Dollar stehen.

Wie aus dem gestern veröffentlichten Quartalsbericht (Q2) hervorgeht, konnte Tesla seine Umsatz- und Verlustzahlen im Vergleich zum relativ schwachen ersten Quartal deutlich verbessern. Das Hauptaugenmerk liege aber auf der Steigerung des Absatzvolumens und dem Ausbau der Kapazitäten, teilte der Konzern mit. Mehr als 95.000 Fahrzeuge wurden in Q2 verkauft - ein neuer Rekord. Auch die Produktion erreichte mit gut 87.000 Fahrzeugen eine Bestmarke. Zunächst einmal sei das Ziel, die wöchentliche Fertigung auf rund 8500 Fahrzeuge des Model 3 und rund 1500 Wagen der älteren und teureren Modelle S und X hochzufahren.

Das Auslieferungsziel von 360.000 bis 400.000 Fahrzeugen im Jahr 2019 soll laut Tesla zwar eingehalten werden - auch wenn das trotz eines Rekordwerts im zweiten Quartal sehr ambitioniert wirkt. Tesla begründete das schlechte Ergebnis mit Restrukturierungskosten und sonstigen Belastungen in Höhe von 117 Millionen US-Dollar. Das soll die Kosten zu senken.

In der Telefonkonferenz sagte Musk auch, dass Kunden in der EU aus regulatorischen Gründen länger als im Rest der Welt auf ein großes Update des Assistenzsystems Autopilot mit einigen Funktionen zum automatisierten Fahren werden warten müssen.

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