Dieselskandal rollt weiter: Anklage gegen Ex-Audi-Chef erhoben

Bayern Ingolstadt Rupert Stadler Vorstandsvorsitzender der Audi AG sitzt vor Beginn der Hauptversammlung des Autoherstellers auf dem Podium im Audi Forum

In der Diesel-Affäre hat die Staatsanwaltschaft München II jetzt Anklage gegen Stadler erhoben.

Die Anklage war erwartet worden. Ihnen werde Betrug, Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen, teilte die Münchner Staatsanwaltschaft am Mittwochmorgen mit.

Nach Bekanntwerden der Anklage hat der Autohersteller seinen Willen zur Kooperation bekräftigt. "Gleichzeitig liegt es im Interesse der Mitarbeiter, der Anteilseigner und des ganzen Unternehmens, die Sachverhalte, die zur Dieselkrise geführt haben, juristisch restlos aufzuklären". Für alle Beschuldigen gelte die Unschuldsvermutung. Die Ermittler haben Anklage erhoben und wollen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Ingolstädter Autobauers sowie drei weitere Beschuldigte mit mehreren Anklagepunkten vor Gericht konfrontieren. Dem 56-jährigen Stadler wirft die Staatsanwaltschaft vor, "spätestens ab Ende 2015 von den Manipulationen Kenntnis gehabt und gleichwohl weiter den Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken Audi und VW veranlasst bzw. den Absatz nicht verhindert zu haben". In Piëchs Zeit als VW-Konzernchef war Stadler dessen Büroleiter.

Auf dem Chefsessel bei Audi in Ingolstadt sitzt Rupert Stadler schon lange nicht mehr. Stadler soll außerdem versucht haben, Zeugen oder Beschuldigte zu beeinflussen. Alle hätten die Vorwürfe der Strafverfolger in den Vernehmungen zurückgewiesen.

Das Landgericht München muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler wird von der Münchener Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Dieselskandal angeklagt. Auf der Straße waren die Abgaswerte um ein Vielfaches höher.

München/Neckarsulm Bald vier Jahre ist es her, dass der Dieselskandal des Volkswagenkonzerns aufflog.

Wegen Verdunkelungsgefahr war er Mitte Juni 2018 als Vorstandschef verhaftet worden und hatte bis Ende Oktober vier Monate lang in Augsburg in Untersuchungshaft gesessen. Das Oberlandesgericht München setzte den Haftbefehl vom Juni im Herbst 2018 gegen Auflagen ausser Vollzug. Ohne Zustimmung der Staatsanwaltschaft durfte Stadler weiterhin keinen Kontakt zu Mitbeschuldigten und möglichen Zeugen aufnehmen. Nachfolger an der Audi-Spitze ist seit Anfang des Jahres Bram Schot.

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