US-Notenbank Fed senkt erstmals seit zehn Jahren die Zinsen

Eine Zinssenkung in den USA in dieser Woche gilt als ausgemacht, doch US-Präsident Donald Trump nörgelt weiter: Vor der Zinssitzung der Federal Reserve drängt Trump die Notenbank zu einer kräftigen Senkung der Zinsen in den USA - mit dem Ziel, auf diese Weise den Dollar zu schwächen und die Aktienrally zum Auftakt seines Präsidentschaftswahlkampfs weiter zu befeuern. "Eine kleine Zinssenkung ist nicht genug", twitterte Trump. Zudem werde die Bank die Drosselung ihres Anleihenprogramms im August beenden, zwei Monate früher als geplant. Er werde um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00 bis 2,25 Prozent reduziert, hieß es. Analysten zufolge will die Fed mit ihrem Schritt eine drohende Abschwächung der seit nunmehr zehn Jahren wachsenden US-Wirtschaft auffangen. Die Entscheidung der Fed wird für Mittwochabend erwartet (20.00 Uhr MESZ).

Es wird erwartet, dass die Zinswende den Finanzmärkten und der US-Konjunktur nun neuen Schwung verleiht.

Im Zuge der verheerenden globalen Finanzkrise 2008 hatte die Notenbank die Zinsen aggressiv gesenkt, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Erst im Jahr 2015 begann sie, den Leitzins wieder sukzessive zu erhöhen.

Mit einer Zinssenkung kommt die unabhängige Notenbank auch ihrem prominentesten Kritiker - Präsident Trump - entgegen. Außerdem bezeichnete Trump die Fed als "völlig ahnungslos" und "hartnäckigstes Problem" der US-Wirtschaft.

Notenbankchef Jerome Powell hatte zuletzt öffentlich eine Lockerung der Geldpolitik ins Spiel gebracht. Das Wachstum der Wirtschaft in Amerika ist noch robust, verlangsamt sich aber. Die US-Arbeitslosenquote lag im Juni bei nur 3,7 Prozent. Einige Analysten hatten daher argumentiert, es brauche eine größere Zinssenkung um 0,5 Prozent, um Inflation und Wirtschaft anzuheizen.

Investoren warteten daher auch mit Spannung auf die Aussagen Powells bei einer Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung: Wird die Notenbank für die kommenden Monate weitere Zinssenkungen signalisieren oder wird sie eher zur Gelassenheit mahnen? Zahlreiche Handelskonflikte insbesondere um die globale Konjunktur bereiten aktuell Sorgen. Vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China, den zwei größten Volkswirtschaften der Welt, bremst die globalen Wachstumsaussichten.

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