Flugzeug - Airbus will Boeing überflügeln

Guillaume Faury

Der große Absatz seiner Mittelstreckenjets vom Typ A-320neo beschert dem Flugzeug-Hersteller Airbus im zweiten Quartal kräftige Sprünge bei Umsatz und Gewinn. Und auch wenn die Zahl der Neubestellungen deutlich abnahm, hat Airbus noch immer Aufträge für knapp 7300 Maschinen in den Büchern. Unter dem Strich verdiente der Boeing-Rivale knapp 1,2 Mrd. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 24 Prozent auf 30,9 Mrd. Die meisten davon stammen aus der A320-Familie, dem "Brot- und Butter-Flieger" des Airbus-Konzerns: Nachdem es monatelang Probleme mit den Triebwerken gab, konnte der Flugzeugbauer die Produktionsrate in den vergangenen Monaten deutlich hochfahren. Zudem habe der größere A350 nach Kostensenkungen beste Chancen, in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) legte um 72 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro zu, teilte der europäische Konzern am Mittwoch in Toulouse mit.

Leise Zweifel äußerte Faury aber an dem Plan, in diesem Jahr 880 bis 890 zivile Verkehrsflugzeuge auszuliefern.

Er nannte das zweite Halbjahr eine "Herausforderung". Ein Engpass ist das erweiterte Hamburger Werk, das Probleme mit den verbesserten Kabinen für den gefragten A321neo hat.

Airbus bekräftigte das Ziel, das Ebit in diesem Jahr um rund 15 Prozent zu steigern.

Das Modell ist der direkte Konkurrent der Boeing 737 Max, die wegen zweier schwerer Abstürze mit 346 Toten derzeit mit einem Flugverbot belegt ist.

Erst am Dienstag hatte Air-France-KLM angekündigt, 60 Flugzeuge des Modells A220 bestellen zu wollen. Das gelang auch dank der höheren Schlagzahl in der Produktion: 389 Maschinen wurden von Januar bis Juni an Kunden ausgeliefert, 86 mehr als ein Jahr zuvor.

Airbus hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt und damit weiteren Boden gegenüber dem US-Konkurrenten Boeing gutgemacht.

Empfindlich stören könnte Airbus der Handelsstreit: Wenn die Vereinigten Staaten wie angedroht Zölle auf Flugzeuge und Hubschrauber aus der EU erhöben, könnte dies den Export nach Amerika behindern "und die Finanz- und Ertragslage von Airbus negativ beeinflussen", warnte der Konzern. Zuletzt holte Airbus wohl bereits Mitarbeiter aus dem Ausland nach Hamburg, möglicherweise wird das Unternehmen künftig auch auf Kapazitäten zurückgreifen, die durch die Einstellung des A380-Programms frei werden.

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