EU nominiert Georgiewa als IWF-Chefin

Bulgarin Kristalina Georgiewa hat Mehrheit für IWF-Job

Zuletzt war auch noch der frühere Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem (53) aus den Niederlanden im Rennen gewesen.

Die Bulgarin Kristalina Georgiewa (65) soll nach dem Willen der Europäer neue Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) werden. Dijsselbloem gratulierte Georgieva im Kurzbotschaftendienst Twitter zu dem Ergebnis und wünschte ihr "den größtmöglichen Erfolg". Die Geschäftsführerin der Weltbank-Institute IBRD und IDA setzte sich unter den Vertretern der 28 EU-Mitgliedsstaaten gegen den niederländischen Finanzminister Jeroen Dijsselbloem durch. Demnach habe Dijsselbloem das "Ergebnis akzeptiert". Es geht um die Nachfolge der Französin Christine Lagarde, die an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) wechseln soll. Georgieva habe die Unterstützung von 56 Prozent der Länder, die 57 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren, erhalten, sagte ein EU-Diplomat am Freitag. Das französische Wirtschafts- und Finanzministerium, das die Verhandlungen führte, äußerte sich zunächst nicht. "Meine Amtskollegen und ich sind daher der Überzeugung, dass sie als Nachfolgerin von Christine Lagarde bestmöglich geeignet ist und alle Voraussetzungen erfüllt, um die ausgezeichnete Arbeit des IWF fortzusetzen", teilte Müller mit.

Georgiewa war im Ringen um die EU-Topjobs auch als mögliche Kommissions- oder Ratspräsidentin gehandelt worden.

Die Bulgarin wurde von Frankreich und den südeuropäischen Ländern unterstützt, der Niederländer unter anderem von Deutschland. Traditionell wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank von einem US-Staatsbürger. Weltbank-Präsident David Malpass erklärte, Georgiewa lasse ihren Posten nun auf eigenen Wunsch bis zur Bestätigung als IWF-Chefin ruhen.

Unklar ist, ob Georgiewa das Amt überhaupt antreten kann, erlauben IWF-Regeln doch nur Kandidaten, die jünger als 65 Jahre alt sind. Die Bulgarin feiert am 13. August ihren 66. Geburtstag. Beobachter sehen ihre nunmehrige Ernennung im Zusammenhang mit diesen Jobvergaben, bei denen die mittel- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten weitgehend leer ausgegangen waren. Er soll als weltweites Gremium darüber wachen, dass keine großen Währungsturbulenzen entstehen und zu politischen Unwägbarkeiten führen. Unter anderem vergibt der Währungsfonds Kredite an überschuldete und in Zahlungsschwierigkeiten geratene Länder. Derzeit gehören 189 Mitgliedstaaten der Organisation an.

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