Handelsstreit eskaliert weiter:China droht den USA mit Konsequenzen

In Shanghai laufen neue Gespräche zum Handelsstreit

Der Handelsstreit eskaliert aufs Neue: Trump kündigt neue Zölle für Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar an. Die Botschaft richtet sich auch an US-Notenbankchef Powell. Die Handelsgespräche mit der Volksrepublik würden fortgesetzt, fügte der Präsident hinzu. Die moderate Zinssenkung diene der "Absicherung". Trump fordert bereits lautstark niedrigere Zinsen, die die Wirtschaft ankurbeln. Er attackierte Powell für die nur moderate Senkung. Trumps Logik: Wenn der Streit mit China für den Fed-Chef der Grund für eine Senkung ist, verschärft er den Handelskrieg eben.

Die USA werden chinesische Produkte im Wert von rund 300 Milliarden Dollar (270 Milliarden Euro) ab September mit einem neuen Strafzoll von 10 Prozent belegen.

Seither hat Trump bereits die Hälfte der Importe aus China mit 25-prozentigen Sonderzöllen belegt.

Die Ankündigung von zusätzlichen US-Strafzöllen auf chinesische Produkte hat am Donnerstag die Erholung an der Wall Street jäh gestoppt. Auch die Europäer haben das bei Strafzöllen auf Stahlimporte schon zu spüren bekommen.

Dabei hatten sich die Chef-Unterhändler beider Länder noch Mitte der Woche in Shanghai getroffen und Zuversicht ausgestrahlt, dass eine Einigung nach dem inzwischen anderthalbjährigen Streit möglich sei. Der US-Präsident kritisierte, dass China seinem Versprechen, mehr Agrarprodukte aus den USA zu kaufen, nicht nachgekommen sei.

Der Handelskrieg zwischen den beiden Staaten tobt bereits seit fast zwei Jahren. Weitere Verhandlungen sind anberaumt. "Wir freuen uns darauf, den positiven Dialog mit China für ein umfassendes Handelsabkommen fortzusetzen", schrieb er auf Twitter. "Das Weiterdrehen der Zollspirale schadet nicht nur den beiden Ländern, sondern der gesamten Weltwirtschaft", warnte Stefan Mair, Mitglied der Geschäftsführung des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI). "Traurigerweise" hätte China vor der Unterzeichnung jedoch Neuverhandlungen angestoßen. Sein "Freund Präsident Xi" habe ihm zugesagt, den Verkauf von süchtig machenden Opioiden an die Vereinigten Staaten zu stoppen. "Das ist nie geschehen und viele Amerikaner sterben weiterhin". Er wolle die Verhandlungen mit China weiter führen.

Damit will Trump Druck auf die chinesische Staatsführung aufbauen, denn damit hatte er schon im Einwanderungsstreit mit Mexiko Erfolg.

Im Vergleich zu vergangenen Ankündigungen Trumps reagierte Chinas Führung verhältnismäßig gelassen. Das zuständige Handelsministerium in Peking äußerte sich am Freitag zunächst nicht. China werde keine "Einschüchterung und Täuschung" hinnehmen, sagte sie. Zugleich fügte sie hinzu: "Alle Konsequenzen werden von den USA getragen". Nicht nur die deutsche Industrie ist alarmiert. Mit den neuen Zöllen könnte unter anderem der Preis für ein iPhone um 100 Dollar steigen. Trumps Ankündigung schickte die US-Börsen auf Talfahrt, auch der Ölpreis fiel deutlich.

Entsprechend laufen US-Einzelhandelsverbände nun Sturm gegen ihren Präsidenten. Dem Verband gehören unter anderem die Warenhauskette Walmart und das Versandhaus Amazon an. Sie seien weder im Interesse chinesischer noch amerikanischer Bürger.

Auf einer Wahlkampfveranstaltung legte er am Abend nach und betonte, dass er ohne Handelsabkommen seinen harten Kurs gegen China fortsetzen werde.

Was hat Donald Trump mit der EU vor?

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