Trump droht China mit noch höheren Strafzöllen

Trump droht China mit noch höheren Strafzöllen

Das kündigte US-Präsident Donald Trump auf Twitter an. Die Botschaft richtet sich auch an US-Notenbankchef Powell. Dennoch haben die USA neue Strafzölle gegen China verhängt - auf Waren im Wert von 300 Milliarden US-Dollar. Ausgangspunkt für den nun schon seit über einen Jahr schwelenden "Handelskrieg" beider Nationen war Trumps Verärgerung darüber, dass China mehr Exporte in die USA verzeichnen konnte, als umgekehrt. Die moderate Zinssenkung diene der "Absicherung". Das kündigte Trump am Donnerstag über Twitter an. Trump hat bereits auf Wahlkampfmodus geschaltet und setzt auf blendende Wirtschaftsdaten. Er attackierte Powell für die nur moderate Senkung.

Trumps Ankündigung dämpfte auch die Stimmung an den Börsen.

Der chinesische Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, Zhang Jun, verurteilte die angekündigten neuen US-Strafzölle als "irrationalen und unverantwortlichen Schritt". "Es war Zeit für neue Zölle". "Wenn die Maßnahmen der USA zur Einführung von Zöllen umgesetzt werden, muss China notwendige Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Kerninteressen des Landes und die Grundinteressen der Menschen entschlossen zu verteidigen".

Der Handelskonflikt zwischen den beiden Staaten eskaliert seit mehr als einem Jahr. Weitere Verhandlungen sind anberaumt.

Geradezu süffisant twitterte Trump: "Wir freuen uns darauf, den positiven Dialog mit China über eine umfassende Handelsvereinbarung fortzusetzen". Bislang sei aber nichts passiert. "Wir dachten, wir hätten einen Deal mit China", schrieb Trump und bezieht sich auf die Verhandlungen von Ende Mai. "Traurigerweise" hätte China vor der Unterzeichnung jedoch Neuverhandlungen angestoßen. Der Präsident der Vereinigten Staaten spiele ein gefährliches Spiel. Zugleich betonte er, die zehn Prozent Aufschlag seien "für einen vorläufigen Zeitraum". Er könne die Zölle jederzeit erhöhen oder senken. Er wollte Produkte von unseren Bauern in den USA kaufen, das hat er nicht getan. "Wenn sie aber nicht mehr mit uns handeln wollen, dann wäre das für mich auch in Ordnung". Das zuständige Handelsministerium in Peking äußerte sich am Freitag zunächst nicht. Die EU möchte eine Vereinbarung mit den USA schließen, die alle Industriegüter inklusive Automobile beinhaltet, nicht aber Agrarprodukte.

Was sie damit meint? Analysten warnen, das das iPhone XS etwa mit den Strafzöllen um 100 Dollar teuerer werden könnte.

Unmittelbar nach Trumps Ankündigung rutschte die US-Börse ins Minus. Und auch die Apple-Aktie verlor an Wert. Die Vereinigung, in der Walmart und Amazon vertreten sind, sprach von einer verfehlten Strategie, die schon jetzt das Wirtschaftswachstum bremse, für Unsicherheit sorge und vor Investitionen zurückschrecken lasse.

U.S. President Donald Trump speaks during a campaign rally in Cincinnati, Ohio.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hatte zwar den sich eintrübenden Konjunkturaussichten getrotzt und dabei von gut laufenden Geschäften mit Wasseraufbereitungsprodukten sowie vom Projektgeschäft im Feinchemiebereich profitiert. Es wäre allerdings ein Pyrrhus-Sieg für Donald Trump.

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