Trump will Einigung mit China erzwingen

Der internationale Handel kommt nicht zur Ruhe Donald Trumps Massnahme soll Pekings Wirtschaftspolitik treffen

Die USA würden China solange "besteuern", bis eine Einigung im Handelsstreit erzielt sei. Ein anderer großer Verband warnte vor steigenden Preisen für Kleidung, Spielzeug, Haushaltswaren und Elektronik. Auf Twitter machte der US-Präsident Peking Vorwürfe.

Per Twitter-Tweet hat Trump am Donnerstag angekündigt, dass er die Strafzölle gegen China ausweiten werde und weitere Produkte im Umfang von 300 Milliarden Dollar mit einem Zoll von zehn Prozent belegen wolle.

China machte am Freitag deutlich, dass es mit Gegenmaßnahmen reagieren werde, wenn Trump mit seinen neuen Strafzöllen ernst macht. Die bisherigen Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar bleiben weiter bestehen. Beide Seiten haben seither neue Zölle erlassen. "Die Importe, um die es jetzt geht, sind bisher aus guten Gründen von Zöllen verschont geblieben".

Trump nutzt Zölle wie keiner seiner Vorgänger als Mittel der Politik: Mal dienen sie nur als Drohgebärde, mal werden sie rasch Wirklichkeit - oft genügt schon ein Tweet, um alles in Bewegung zu setzen. "Wenn sie nicht mehr mit uns handeln wollen, dann wäre das für mich auch in Ordnung". Zudem habe China es versäumt, den illegalen Export der Droge Fentanyl in die USA zu stoppen.

Passend dazu kündigte der amerikanische Außenminister Mike Pompeo am Freitag an, dass die Vereinigten Staaten sich wieder stärker wirtschaftlich in Südostasien engagieren werden, um Chinas Einfluss einzudämmen.

Als Begründung für die neuerlichen Sanktionen führte Trump bei einer Wahlkampf-Kundgebung in Cincinnati bemerkenswerter Weise nicht die Standard-Argumente an, wonach die USA mit China ein ungesund hohes Handelsdefizit hätten und in China unter verengten Marktzugängen, Dumpingpreisen und Technologie-Diebstahl litten. Die USA und China - die beiden größten Volkswirtschaften der Erde - hatten die jüngste Runde ihrer Handelsgespräche am Mittwoch in China ohne sichtbare Fortschritte beendet. Zugleich fügte sie hinzu: "Alle Konsequenzen werden von den USA getragen". Es wurde allerdings vereinbart, die Verhandlungen Anfang September in Washington fortzusetzen. Noch immer sterben deshalb Tausende Amerikaner. Das Weiße Haus hatte die jüngsten Verhandlungen in Shanghai als "konstruktiv" bezeichnet. Der Dow Jones Industrial verlor 1,05 % und stand am Abend bei 26 583,42 Punkten. Damit droht der Streit über verschärfte Exportkontrollen Japans zu eskalieren - mit noch nicht absehbaren Folgen für die globalen Lieferketten, wie Experten befürchten. Der Grund war eine Kreisemeldung, wonach der tschechische Milliardär und Investor Daniel Kretinsky seine zuletzt vom Handelskonzern abgewiesene Übernahmeofferte aufstocken könnte.

Der Handelskrieg zwischen den beiden Staaten läuft bereits seit über einem Jahr. Er wirft China aber vor, noch keine umfangreichen Käufe von US-Agrarprodukten getätigt zu haben. Stefan Mair, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, sagte: "Das Weiterdrehen der Zollspirale schadet nicht nur den beiden Ländern, sondern auch der deutschen Industrie und der gesamten Weltwirtschaft".

Der Handelskrieg und die damit einhergehende Unsicherheit zieht die Weltwirtschaft nach unten. Und sie leiden unter dem Handelsstreit am stärksten, weil China etwa die jahrelangen Soja-Importe von US-Farmern enorm verteuert oder eingestellt hat.

Die US-Notenbank hatte am Mittwoch wegen der von Trump angezettelten Handelskonflikte - die zunehmend auf der globalen Wirtschaft lasten - den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Der Dax iegt aktuell 2,5 Prozent im Minus und notiert bei 11.948,43. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen. Der DAX öffnet heute mit deutlichen Verlusten und pendelt um die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten.

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