Auch Behördenmitarbeiter dabei - Tausende Hongkonger demonstrieren wieder gegen die Regierung

Polizisten im Stadtteil Sheung Wan setzten Tränengas gegen kleinere Protestgruppen ein

Der Streik soll die "starke Unzufriedenheit der Hongkonger Bürger mit der politischen Ungerechtigkeit ausdrücken", hiess es am Sonntag in einer Mitteilung eines Aktivisten-Bündnisses, das zu der Aktion aufgerufen hatte.

In Hongkong haben sich am Samstag erneut zahlreiche Menschen zu Protesten gegen die pro-chinesische Regierung versammelt.

Insgesamt waren die Demonstrationen am Wochenende diffuser als bisher. Am Sonntag zogen Tausende Demonstranten bei friedlichen Protestmärschen durch die Stadt. Mehr als 20 Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Die Protestbewegung lässt sich von dem Mantra "Sei Wasser" der Hongkonger Kampfsportlegende Bruce Lee inspirieren - gemeint ist die Unberechenbarkeit, die es der bereits ausgelasteten Polizei erschwert, auf die Proteste zu reagieren.

Nach Angaben der Zeitung hat die Polizei Tränengas an den Zugängen zur Kanzlei der Zentralregierung der VR China in Hongkong eingesetzt.

Den Festgenommenen werden laut Behörden unter anderem Körperverletzung und nicht-genehmigte Versammlungen zur Last gelegt. Bei ähnlichen Ausschreitungen am Samstagabend wurde eine Polizeistation nach einem Marsch von Protestierenden umstellt und mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen. An mehreren Stellen wurde auf Straßen Feuer gelegt.

Zuletzt hatten sich auch Tausende Beamte und Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes mit einer Kundgebung den Protesten angeschlossen. Weitere Aktionen sind geplant.

Parallel zu den Protesten der Regierungsgegner versammelten sich in einem anderen Teil der Stadt Gegendemonstranten, die sich hinter die Arbeit der Hongkonger Polizei stellten.

Bei Ausschreitungen in den vergangenen Wochen gab es Dutzende Verletzte. Auslöser war ein umstrittener Gesetzentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China.

Beobachter sehen in den Protesten die schwerste politische Krise Hongkongs seit der Rückgabe an China vor 22 Jahren. "Die Zentralregierung wird nicht untätig zusehen und diese Situation fortdauern lassen", zitierte die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua die Regierung in Peking.

Auch der Chef der chinesischen Streitkräfte in Hongkong verurteilte in dieser Woche erstmals die andauernden Ausschreitungen. Seitdem hat sich der Protest aber zu einer breiteren Bewegung gegen die Regierung und die Polizei entwickelt, der ein zu hartes Vorgehen gegen die Demonstranten vorgeworfen wird. Die Demonstration in Kennedy Town fand unweit der chinesischen Vertretung statt, wo vor zwei Wochen eine Konfrontation zwischen Polizei und einer Gruppe gewaltbereiter Demonstranten eskaliert war. Inzwischen setzte die Regierung von Hongkong die Erörterung der genannten Gesetzesnovellen aus, doch die Gegner des Gesetzentwurfs gaben sich nicht damit zufrieden und forderten den vollen Verzicht auf das Gesetz. Später weiteten sich die Proteste zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong aus.

Die frühere britische Kronkolonie wird seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenes Territorium autonom regiert. Anders als die Menschen in der Volksrepublik genießen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

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