Handelsstreit: USA werfen China Währungsmanipulation vor

Bündel mit Yuan-Noten

Der S&P-500-Index büßte am Ende 3,0 % ein, die Nasdaq-Indizes gaben sogar um gut 3,5 % nach.

Frankfurt (Reuters) - Die offizielle Einstufung Chinas als Währungsmanipulator durch die USA verschreckt Devisenanleger. Staatsmedien in China warfen den USA vor, absichtlich die internationale Ordnung zu zerstören. So fiel das chinesische Wachstum im zweiten Quartal so gering aus wie seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr. Die Sieben-Yuan-pro-Dollar waren schon immer eine rote Linie. China werde seine Währung nicht aus wettbewerblichen Gründen abwerten oder sie als Instrument im Handelskonflikt mit den USA einsetzen.

Mnuchin sagte, China verschaffe sich mit einer bewussten Abwertung seiner Währung unfaire Vorteile im Welthandel und verstoße gegen Verpflichtungen als Mitglied der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20). Ob dies einen Nutzen hat, darf bezweifelt werden. Der Yuan-Kurs werde auf einem angemessenen, ausgewogenen Niveau gehalten. In der Regel kommt das der Exportwirtschaft des Landes mit der abwertenden Währung zugute - im aktuellen Fall also China. Ein schwacher Yuan verbessert die Position der chinesischen Firmen auf dem Weltmarkt. China als Währungsmanipulator einzustufen, stelle eine ernste Verletzung internationaler Regeln dar. Vor diesem Hintergrund sind Experten wie der Ökonom David Mann von der Standard Chartered Bank überzeugt, dass sich die chinesische Notenbank weiterhin um eine Stabilisierung des Yuan bemühen wird. Und es ist zweifelhaft, ob China tatsächlich für die Abwertung des Yuan aktiv verantwortlich ist.

Was bedeutet ein steigender Dollar/Yuan-Kurs?

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Das Handelsministerium in Peking erklärte nun am Dienstag, chinesische Unternehmen hätten den Kauf von US-Agrarprodukten eingestellt. Am Vortag hatte der deutsche Leitindex im Sog des Handelskonflikts zwischen den USA und China 1,8 Prozent eingebüßt. Und nichts anderes macht derzeit der Yuan.

Der Yuan ist so billig wie zuletzt 2008. Beobachter sind sich sicher: Donald Trump lässt den Handelskrieg mit China eskalieren. Erst in den vergangenen Tagen hatte sich der Konflikt weiter verschärft, als Trump weitere Strafzölle ankündigte. China habe in letzter Zeit eher versucht, die eigene Währung zu stützen, vor allem durch Verkäufe von Devisen. Im kommenden Jahr könne der Kurs sogar die Marke 7,50 Yuan reißen - wenn die USA zurückschlagen und alle Strafzölle auf 25 Prozent anheben. China hatte am Montag den Yuan abgewertet.

Metro-Aktien setzten ihre Talfahrt vom Vortag fort und verloren als MDax-Schlusslicht knapp 5 Prozent an Wert. Der Streit führte zu einer Verkaufswelle und fallenden Kursen am Montag. Das ist der niedrigste Stand seit Februar. Dies, weil die Schweiz einen Leistungsbilanzüberschuss gegenüber den USA hatte und die Schweizerische Nationalbank auf dem Devisenmarkt intervenierte, um den Franken zu schwächen. Und dann hätten wir neben einem Handelsstreit auch noch den bereits befürchteten Währungskrieg.

Deutsche Exporte würden sich wegen eines stärkeren Euros außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes verteuern.

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