Thyssenkrupp stellt Geschäfte auf Prüfstand - Prognose gesenkt

Kerkhoff will nun im kommenden Geschäftsjahr Teile der lukrativen Aufzugssparte an die Börse bringen: "Wir bereiten den Börsengang für Elevator vor, prüfen aber auch die vorliegenden Interessenbekundungen potenzieller Interessenten", betonte der Manager. Euro geschrumpft. Im gesamten Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) seien nur noch rund 800 Mio.

Feder und Stabilisatoren für Autos, der Anlagenbau für die Autoindustrie und Grobbleche, die in der Bauindustrie oder im Schiffbau zum Einsatz kommen, sind aus Sicht des Vorstandes "trotz intensiver Anstrengungen derzeit nicht wettbewerbsfähig" und sollen nun von Sanierungsexperten daraufhin geprüft werden, ob eine Restrukturierung möglich ist. Ebenfalls auf der Liste steht der Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie. Bisher hatte das Ziel noch 1,1 bis 1,2 Mrd. Die drei Bereiche stünden für vier Prozent des Konzernumsatzes, aber für ein Viertel des im laufenden Geschäftsjahr zu erwartenden Kapitalabflusses. Der Konzern verdiente trotz unverändertem Umsatz ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Unter dem Strich dürfte Thyssenkrupp rote Zahlen schreiben, bekräftigte der Konzern frühere Aussagen. Die Mittelfristprognose wurde bestätigt. Das lag in etwa im Rahmen der Erwartungen der Analysten, die mit 229,5 Millionen gerechnet hatten. Für den Rückgang waren maßgeblich das Stahlgeschäft und der Stahlhandel verantwortlich. Der Stahlbereich litt unter einer schwächeren Nachfrage als Folge der sich abschwächenden Konjunktur, niedrigeren Preisen sowie hohen Rohstoffkosten insbesondere für Eisenerz. Deutliche Rückgänge gab es auch im Komponentengeschäft, das unter der schwachen Automobilindustrie litt. Das Aufzugsgeschäft war in den ersten neun Monaten mit einem stabilen Gewinn von 642 Millionen Euro ein Lichtblick im Konzern. Im Anlagengeschäft gelang es immerhin, den Verlust zu halbieren, das Kerngeschäft Stahl und der Marineschiffbau verzeichneten jeweils ausgeglichene Ergebnisse. Unter dem Strich stand sogar ein Fehlbetrag, der mit 94 Millionen Euro allerdings um 38 Millionen geringer ausfiel als vor Jahresfrist.

Von den Aktionären wurden die forcierten Umbaupläne und der Hoffnungsschimmer durch die nach Plan laufende IPO-Vorbereitung honoriert. Sein Kollege Christian Obst von der Baader Bank kritisierte den verdüsterten Ausblick der Essener.

Kerkhoff unterzieht den kriselnden Konzern derzeit einem kompletten Umbau. Mit dem geplanten Börsengang scheine Thyssenkrupp aber auf gutem Weg zu sein, so Obst.

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