Bundesregierung setzt Brasilien-Projekte wegen Amazonas-Abholzung aus

Bundesregierung setzt Brasilien-Projekte wegen Amazonas-Abholzung aus

Unter Brasiliens rechtsgerichteten Präsidenten Jair Bolsonaro hat sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes massiv beschleunigt. Als Reaktion will das Bundesumweltministerium nun Zuschüsse zu Waldschutzprojekten in Millionenhöhe einfrieren.

Wegen der starken Zunahme von Regenwald-Rodungen in Brasilien will die Bundesregierung die Förderung von Projekten zum Schutz von Wäldern und Artenvielfalt in dem Land stoppen. Umweltministerin Svenja Schulze sagte dem "Tagesspiegel", die Politik der brasilianischen Regierung im Amazonas lasse Zweifel aufkommen, "ob eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird". Erst wenn darüber wieder Klarheit herrsche, könne die Projektzusammenarbeit fortgeführt werden. Dabei geht es als ersten Schritt um einen Betrag von rund 35 Millionen Euro. Seit Einrichtung des Fonds 2008, der vor allem dank Zahlungen aus Norwegen mit über einer Milliarde Euro gefüllt wurde, gingen die Abholzungs- und Rodungszahlen zeitweise auch stark zurück. Mit dem Geld sollen die Abholzung des Regenwaldes gestoppt, Aufforstungsprojekte finanziert und die indigene Bevölkerung unterstützt werden. Bolsonaro verbitte sich eine Einmischung in "innere Angelegenheiten Brasiliens". Einer der größten Unterstützer Bolsonaros ist die Agrarlobby. Bolsonaro ist Klimaskeptiker und Freund der Agrarindustrie, die neue Flächen für den Anbau von Soja und die Rinderzucht benötigt.

Daraus hat nun auch die deutsche Bundesregierung Konsequenzen gezogen. Anfang des Monats entließ Bolsonaro den Leiter des Institus für Weltraumforschung. Womöglich werden künftig die Zahlen und Schätzungen nicht mehr so transparent veröffentlicht: Bolsonaro lässt den INPE-Chef durch einen linientreuen Militär ersetzen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. August 2019 um 07:00 Uhr.

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