Glyphosat-Skandal: Bayer strebt Vergleich an - Aktie steigt

Behälter mit Roundup einem Unkrautvernichter von Monsanto stehen in einem Regal in einem Baumarkt

Leverkusen (dts Nachrichtenagentur) - Der US-Anwalt Kenneth Feinberg, der als oberster Vermittler im Glyphosat-Streit eingesetzt wurde, dementiert einen Bericht über eine mögliche bevorstehende Einigung zwischen Bayer und den Tausenden Klägern in den USA: "Bayer hat nicht vorgeschlagen, acht Milliarden Dollar zu zahlen, um alle US-Roundup-Krebs-Klagen beizulegen". Nun sucht Bayer einen Vergleich - und will dafür tief in die Tasche greifen. Im Interview mit dem manager magazin hatte sich Bayer-Chef Werner Baumann zuletzt ausführlich zu seinem persönlichen und professionellen Umgang mit dem Monsanto-Trubel geäußert.

Der Bayer-Konzern will nach einem Agenturbericht mit einem acht Milliarden Dollar schweren Vergleich die juristischen Auseinandersetzungen um den Unkrautvernichter Glyphosat in den USA beenden. Einen Vergleich werde das Unternehmen nur in Betracht ziehen, wenn dieser finanziell angemessen sei und damit der gesamte Rechtsstreit endgültig beigelegt werden können, hatte Baumann in einer Telefonkonferenz gesagt. Die Bayer-Aktien setzen dann auch ihre Erholungsrally der vergangenen Tage mit einem Plus von rund acht Prozent fort. In der Spitze stieg er um 11 Prozent auf gut 70 Euro - den höchsten Stand seit Anfang März. Dabei bekommt das Management auch Druck vom Hedgefonds Elliott, der rund zwei Prozent an Bayer hält.

Wenngleich eine Lösung der Causa Glyphosat noch Monate dauern könnte, wäre es ein Befreiungsschlag für den Dax-Konzern. Viele Experten gehen letztlich von einem milliardenschweren Vergleich aus.

In den vergangenen Tagen hatten Investoren bereits die Vertagung eines für August angesetzten Glyphosat-Prozesses als Hinweis auf fortschreitende Vergleichsverhandlungen interpretiert. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern schlage eine Zahlung von bis zu acht Milliarden US-Dollar (7,15 Milliarden Euro) vor, um die Klagen der zuletzt 18.400 Kläger beizulegen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person berichtet. Seit der Übernahme von Monsanto, dem Hersteller des Glyphosat enthaltenden Unkrautvernichters Roundup, vor 14 Monaten haben Bayer-Aktien ein Drittel an Wert verloren.

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