NRW: Thyssenkrupp stellt schwache Geschäfte auf den Prüfstand

Thyssenkrupp stellt drei Geschäftsfelder infrage

Zum dritten Mal in seiner einjährigen Amtszeit muss Kerkhoff die Gewinnprognose nach unten korrigieren. Dabei stellen die Essener weitere Geschäfte auf den Prüfstand.

Ein Bündel von Problemen lastet auf Thyssenkrupp: Die Konjunktur schwächelt, weshalb beispielsweise die Nachfrage aus der Autoindustrie abnimmt. Dieses schnitt im dritten Quartal besonders schwach ab und leidet unter Überkapazitäten, Preisdruck und hohen Rohstoffkosten. Ohne die Sparte Elevator Technology, die ein bereinigtes EBIT von 239 Millionen Euro verbuchte, wäre Thyssenkrupp schon auf operativer Ebene in die Verlustzone gerutscht. Kern der neuen Strategie ist ein Teilbörsengang der Aufzugssparte Elevator Technology, mit dessen Erlösen Thyssenkrupp seine Kapitalbasis so verbessern will.

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat nach einem schwachen dritten Quartal und schlechter Geschäfte im Stahl die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 deutlich gesenkt. Euro ausgegangen. Unter dem Strich dürfte Thyssenkrupp rote Zahlen schreiben, bekräftigte der Konzern frühere Aussagen. Wir sind optimistisch, dass Thyssen sich langfristig über 10 Euro halten kann. Der Konzern verdiente trotz unverändertem Umsatz ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Hier rechnet Thyssenkrupp mit Mittelabflüssen von mehr als einer Milliarde Euro, im Vorjahr lag der Negativ-Wert noch bei 134 Millionen Euro.

Thyssenkrupp hatte bereits angekündigt, 6000 Stellen abzubauen, wovon bis zu 2000 Stellen auf den Stahlbereich entfallen. "Dass Geschäfte ohne klare Perspektive dauerhaft Geld verbrennen und damit Wert vernichten, den andere Bereiche erwirtschaftet haben, wird es jedenfalls in Zukunft nicht mehr geben", sagte Konzernchef Kerkhoff.

Kerkhoff unterzieht den kriselnden Konzern derzeit einem kompletten Umbau. Das Grobblech-Werk mit 800 Mitarbeitern befindet sich in Duisburg-Hüttenheim. Zum Geschäft mit Federn und Stabilisatoren gehören Standorte in Hagen und Olpe mit mehreren Hundert Beschäftigten. Die Bereiche stünden für 4 Prozent des Konzernumsatzes, aber für ein Viertel der Mittelabflüsse im laufenden Jahr. "Sollte eine Restrukturierung nicht gelingen oder nicht möglich sein, werden andere strategische Optionen geprüft werden", hieß es weiter in einer Mitteilung des Konzerns.

"Wir werden das Potenzial der drei Geschäfte prüfen", so Kerkhoff. "Für eine Weiterentwicklung sehen wir durchaus Chancen, aber nicht notwendigerweise unter dem Dach von Thyssenkrupp", so Kerkhoff.

Ein wichtiger Baustein ist ein Börsengang der Aufzugssparte, des wertvollsten Teils von Thyssenkrupp. Die Vorbereitungen für den Börsengang des Aufzuggeschäfts laufen nach Angaben des Konzerns nach Plan. Je nach Kapitalmarktumfeld strebt Thyssenkrupp einen Börsengang im Laufe des Geschäftsjahres 2019/2020 an, wobei der Konzern die Mehrheit der Anteile behalten will.

Als potenzielle Käufer kommen aber auch Konkurrenten wie der Aufzugkonzern Kone in Betracht. Gleichzeitig prüfe man auch vorliegende Interessensbekundungen potenzieller Interessenten, erklärte Kerkhoff. "Das gilt auch für die anderen Geschäfte".

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