Hongkongs Flughafen streicht alle Abflüge wegen Protesten

Demonstrationen

Tausende Demonstranten versammelten sich am Montag in der Abflug- und Ankunftshalle des Flughafens, um gegen die Regierung und die Polizeigewalt bei vorangegangenen Protesten in der Stadt zu protestieren. Betroffen waren Lufthansa-Verbindungen von München und Frankfurt sowie der Swiss nach Zürich, wie ein Konzernsprecher mitteilte.

Aufgrund der anhaltenden Proteste hat der Flughafen Hongkong vorerst seinen Betrieb eingestellt. Dort stünden derzeit zwei Lufthansa-Langstrecken-Jets. Den betroffenen Passagieren bietet das Unternehmen kostenfrei Umbuchungen an. Das Einchecken für Abflüge sei ausgesetzt worden, nur bereits eingecheckte Flüge würden noch durchgeführt, hieß es in einer Mitteilung.

Die überwiegend schwarz gekleideten Aktivisten skandierten Parolen und zeigten Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren.

Laut Polizei hätten die Demonstranten Brandsätze und Steine geworfen, ein Beamter wurde verletzt.

Chinas Regierung mahnt energisch, die Ordnung in der Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Yang Gang, der Sprecher der für Hongkong zuständigen Behörde, warf den gewaltbereiten Demonstranten am Montag "erste Anzeichen von Terrorismus" vor. "Radikale Demonstranten" hätten wiederholt Polizisten mit "äußerst gefährlichen Gegenständen" angegriffen, sagte er. Vor jedem Flug müsse nun zunächst eine Liste mit Besatzungsmitgliedern vorgelegt und genehmigt werden, berichtete die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post".

Das Auswärtige Amt in Berlin riet Hongkong-Reisenden, Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig zu meiden und den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte zu folgen. Die "Kriminellen" müssten so schnell wie möglich vor Gericht gebracht werden, sagte er weiter.

In der einstigen britischen Kronkolonie Hongkong kommt es seit zwei Monaten immer wieder zu großen Protesten und Ausschreitungen. Am Wochenende war es in der Finanzmetropole erneut zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Auch in den U-Bahn-Stationen feuerten die Beamten mit Tränengas, unter den Demonstranten gab es mehrere Verletzte. Zuvor waren bereits drei Tage lang Sitzblockaden abgehalten worden, bei denen Demonstranten den Fluggästen die Beweggründe für die Proteste erläuterten. Ursprünglicher Auslöser war ein - später auf Eis gelegtes - Auslieferungsgesetz, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China erlaubt hätte. Viele Demokratieaktivisten sahen darin eine Gefahr, dass sich so der stärker werdende Einfluss der Pekinger Regierung auf die Sonderverwaltungszone Hongkong manifestiere. Die Lufthansa hat wegen der anhaltenden Proteste am Flughafen mehrere Flüge in die Millionenmetropole gestrichen.

Related:

Comments

Latest news

Steirische AMS bietet 4,2 Mrd. Euro für Osram
Ein Osram-Sprecher gab sich reserviert: "Wir haben die Ankündigung zur Kenntnis genommen, uns liegt aber noch nichts dazu vor". Das Digital-Geschäft und das Verbraucher-Geschäft mit LED-Lampen soll nach den Vorstellungen von AMS aber verkauft werden.

Bringt Jattas Reisepass Licht ins Dunkel? Behörden entlasten HSV-Profi
Neue Erkenntnisse im Fall Bakery Jatta: Offenbar hatte der HSV schon vor über drei Jahren Zweifel an der Echtheit seiner Angaben. Wir haben die Wege von 50 ehemaligen Spielern des Hamburger SV weiterverfolgt - zum Durchklicken: DAS machen die Ex-Stars heute.

Soli-Abschaffung: Was die Scholz-Vorschläge den Bürgern bringen würden
Die Abgabe sollte die Wiedervereinigung mitfinanzieren und bringt jedes Jahr knapp 19 Milliarden Euro in die Staatskasse ein. Mit höherem Einkommen wüchse die Belastung, bis bei circa 109.451 Euro Bruttolohn die vollen 5,5 Prozent fällig würden.

Die Siberian Health Company
Und schließlich die Chronobiologie, die die biologischen Rhythmen und ihre Verbindung zur menschlichen Gesundheit erforscht. Das Unternehmen gründete im Jahr 2007 eine weitere Produktionsstätte, die bis 2010 erweitert und modernisiert wurde.

Glücksspielverhalten und Gewinn der Casinos
Besonders positiv: Jugendliche spielen auch immer weniger – 2015 „zockten“ 14,6 Prozent, 2013 noch 15,8 Prozent. Circa 0,8 Prozent der Befragten haben ein echtes Problem mit ihrem Spielverhalten und sollten sich professionelle Hilfe suchen.

Other news