Regenwald - Bolsonaro erklärt deutsche Fördermittel für verzichtbar

Der Präsident von Brasilien Jair Bolsonaro Adriano Machado

"Brasilien braucht es nicht", sagte Bolsonaro am Sonntag in der Hauptstadt Brasília.

Sein Land sei nicht auf deutsche Fördergelder für den Regenwaldschutz am Amazonas angewiesen, sagt er.

Auf die Frage, ob die Einstellung der Finanzierung von Waldprojekten durch Deutschland dem brasilianischen Image schade, antwortete Bolsonaro: "Glauben Sie, dass andere Länder am Image Brasiliens interessiert sind?" "Sie können das Geld einsetzen, wie sie es für richtig halten. Brasilien braucht es nicht": Mit diesen Worten hat Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro auf den möglichen Wegfall von Fördergeld für den Umweltschutz aus Deutschland reagiert. Das Umweltministerium hatte zuvor erklärt, wegen der zunehmenden Rodung im Amazonasgebiet die Unterstützung zum Schutz von Wäldern und Artenvielfalt in Brasilien zu beenden. "Oder eher daran, sich Brasilien unter den Nagel zu reißen?" Noch gibt es Auswege, falls alle handeln - und sich einschränken. Die SPD-Politikerin hatte dem "Tagesspiegel" gesagt, die Projektzusammenarbeit könne erst dann wieder fortgeführt werden, wenn Klarheit darüber herrsche, ob eine konsequente Reduzierung der Abholzungen verfolgt werde.

Schulze nahm Bezug auf die zuletzt rasant angestiegene Abholzung am Amazonas.

Laut INPE wurden im Juli in dem südamerikanischen Staat insgesamt 2254 Quadratkilometer Wald abgeholzt. Bolsonaro hatte Inpe wegen der Veröffentlichung der Zahlen kritisiert. Inpe-Chef Ricardo Galvão musste deswegen sein Amt niederlegen.

Konkret geht es der Zeitung zufolge um einen Betrag von rund 35 Millionen Euro aus der internationalen Klimaschutzinitiative des Ministeriums.

Unter Brasiliens ultrarechtem Präsidenten Bolsonaro hat sich die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes massiv beschleunigt. Aus dieser Initiative wurden demnach im Jahr 2008 rund 95 Millionen Euro bereitgestellt. Bestehende Projekte würden vorerst fortgeführt, geplante neue aber auf Eis gelegt, hatte ein Sprecher des Umweltministeriums mitgeteilt. In diesen Fonds hat die Bundesregierung bisher 55 Millionen Euro einbezahlt, zuständig ist das Entwicklungsministerium. Deutschland ist einer der drei größten Unterstützer des Fonds. Statt Schutzprojekte zu finanzieren, will Bolsonaro Landwirte mit dem Geld entschädigen. Deutschland und Norwegen sind dagegen.

Er will keine weiteren Schutzgebiete ausweisen, mehr Rodungen zulassen und die Amazonasregion wirtschaftlich stärker nutzen.

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