Steirische AMS bietet 4,2 Mrd. Euro für Osram

Osram wandelt sich gerade vom ehemaligen Glühbirnenhersteller zum Spezialisten für Leuchtdioden und optische Halbleiter

Der in der Schweiz börsennotierte steirische Sensor-und Chiphersteller AMS AG unternimmt einen neuerlichen Anlauf zur Übernahme des angeschlagenen Münchner Beleuchtungsherstellers Osram. Nun wollen die Banken HSBC und UBS 4,2 Milliarden Euro finanzieren, einen Teil davon will AMS später durch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung ablösen, die von den Banken garantiert wird. Die österreichische ams erwartet auf Vorsteuerbasis Kostensynergien von mehr als 240 Millionen Euro und Umsatzsynergien von 60 Millionen pro Jahr, der Grossteil davon dürfte innerhalb der ersten 24 Monate gehoben werden können. AMS überbietet dieses vorliegende Angebot mit 38,50 Euro je Aktie um zehn Prozent. Everke verwies auf einen langfristigen Plan "der auf weiteren Investitionen und Wachstum basiert und den wir aus einer Position der Stärke heraus umsetzen können". Analysten machen sich seit längerem über die zu starke Abhängigkeit von AMS vom Großkunden Apple Sorgen.

Der Chip-Hersteller aus Premstätten bei Graz interessiert sich vor allem für das Autozuliefer- und das Photonik-Geschäft von Osram. AGI hält ein Paket von 9,4 Prozent und ist seit der Börsenpremiere von Osram im Juli 2013 wichtiger Anteilseigner gewesen. Nach einer Übernahme wollen die Österreicher im Osram-Werk in Regensburg neue Arbeitsplätze schaffen, indem die Produktion von "Front-End-LEDs" dort gebündelt wird. Ähnlich wie Bain und Carlyle sei auch AMS zu Standort- und Beschäftigungsgarantien bereit, hieß es in der Mitteilung. Das Digital-Geschäft und das Verbraucher-Geschäft mit LED-Lampen soll nach den Vorstellungen von AMS aber verkauft werden. Der MDAX-Konzern hatte den Österreichern daraufhin Zugang zu seinen Büchern gewährt, Voraussetzung für die Due-Diligence-Prüfung war allerdings der Abschluss einer Geheimhaltungsvereinbarung, die ein 12-monatiges Stillhalteabkommen beinhaltet.

Für OSRAM läuft seit dem 22. Juli das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle.

AMS will bis zum Donnerstag eine Antwort aus München haben.

Am Freitag hatte die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) ein Übernahmeangebot der US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle abgelehnt.

Ein Sprecher von Bain Capital und Carlyle wollte sich zum Konkurrenzangebot der Steirer zunächst nicht äußern.

Ein Osram-Sprecher gab sich reserviert: "Wir haben die Ankündigung zur Kenntnis genommen, uns liegt aber noch nichts dazu vor".

OSRAM hat sich jedoch skeptisch gezeigt, dass ams die Finanzierung würde stemmen können. Der zum Allianz-Konzern gehörende institutionelle Investor hatte am vergangenen Mittwochabend bekanntgegeben, er sei "derzeit entgegen der Empfehlung von Vorstand und Aufsichtsrat der Osram nicht bereit, das Angebot anzunehmen".

AMS strebe für das Zustandekommen des Angebots die Kontrolle über mindestens 70 Prozent der Aktien und die nötige Zustimmung der Aufsichtsbehörden an.

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