Demonstranten legen Flughafen in Hongkong weitgehend lahm

Die Airline Cathay Pacific beugt sich dem Druck aus China

Die US-Geheimdienste hätten ihn darüber informiert, "dass die chinesische Regierung Truppen an die Grenze zu Hongkong verlegt". Die Lage in Hongkong sei "sehr knifflig".

In den vergangenen Tagen ist die Gewalt zwischen den Demonstranten und der Polizei in Hongkong mehrfach eskaliert. Auf der Webseite wurde mitgeteilt, alle Passagiere sollten die Terminals zügig verlassen. Wie viele Abflüge gestrichen wurden und ob auch ankommende Maschinen betroffen seien, blieb zunächst offen. Kurz darauf zogen sich die Polizisten zunächst wieder zurück.

Hongkong kommt nicht zur Ruhe: In der einstigen britischen Kronkolonie gehen seit mehr als zwei Monaten immer wieder zehntausende Menschen auf die Straßen.

Auslöser für die Demonstrationen war ein - inzwischen auf Eis gelegter - Gesetzesentwurf zur Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China.

Die Demonstrationen entwickeln sich zu einer breiteren Bewegung. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik geniessen die Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäusserung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

In diesem Zusammenhang könnte auch die Militärübung zu sehen sein, die die Volksbefreiungsarmee am Dienstag in Shenzhen an der Grenze zu Hongkong durchführte. Wegen der Blockade fielen etliche Flüge aus. Die Flughafenverwaltung strich daraufhin sämtliche Flüge für den restlichen Montag. Tausende Anhänger der regierungskritischen Protestbewegung errichten mit Gepäckwagen Barrikaden.

Die Demonstranten stellten schützend Gepäckwagen vor sich hin. Regierungschefin Carrie Lam hat den Gesetzesentwurf zwar für tot erklärt, doch die Proteste weiten sich seit Mitte Juni stetig aus. Die Polizei habe in den vergangenen zwei Monaten "große Schwierigkeiten gehabt, das Gesetz durchzusetzen", sagte Lam vor Journalisten.

Als jemand, der nicht selbst Teil der Polizei sei, könne sie nicht darüber bestimmten, wie Polizeieinsätze ablaufen, "insbesondere wenn die Polizei vor Ort ein Urteil fällen muss", sagte Lam weiter.

Sonderverwaltungszone wieder herzustellen und die Gewalt zu beenden. Gewaltbereite Demonstranten warfen Steine. Denn zuletzt wurden die Proteste brutaler - immer öfter kam es zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Aktivisten. Es habe sich um eine Übung gehandelt, hieß es.

Die chinesischen Behörden übten in der Grenzstadt Shenzhen den Polizei-Einsatz bei einer Demonstration.

Nach dem Stillstand am Vortag lief der Flugbetrieb am Dienstag zunächst langsam wieder an. Die Hoffnung sei, dass die Regierung durch die Blockade viel Geld verlieren werde.

Bei vielen Passagieren sorgten die Aktionen für Frustration. Schon am Montag waren Hunderte Flugzeuge auf dem Boden geblieben, nachdem der Flughafenbetreiber in einem beispiellosen Schritt am Nachmittag alle Flüge gestrichen hatte.

Uhr: Am Abend beruhigt sich die Lage am Flughafen von Hongkong wieder.

Den zweiten Tag in Folge legen Demonstranten Hongkongs Flughafen lahm. Auch zeigten sie Bilder von Polizisten, die mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Demonstranten vorgegangen waren. Tränengas wurde auf den Strassen und erstmals auch in einer U-Bahnstation verschossen. Das berge "erhebliches Risiko von Todesfällen und ernsthaften Verletzungen". Die Massnahmen der Sicherheitskräfte hätten gegen internationale Normen verstossen.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, rief die Behörden auf, die Zwischenfälle zu untersuchen und sicherzustellen, dass die Sicherheitskräfte keine internationalen Normen verletzten. Protestteilnehmer, die ihre Ansichten bei friedlichen Protesten kundtäten, müssten respektiert und geschützt werden.

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