Plácido Domingo: Belästigung? Der Opern-Star steht am Pranger

Placido Domingo und ihrer damals vierjährigen Tochter aus dem Jahr 1998

Mehrere Frauen werfen dem weltberühmten Opernsänger und Dirigenten Plácido Domingo sexuelle Belästigung vor. Dass sich der Spanier gegenüber Frauen aufdringlich verhalte, sei in der Opernwelt seit Jahrzehnten ein offenes Geheimnis. Domingo weißt die Anschuldigungen als "unzutreffend" zurück.

"Wenn ich raste, roste ich", so ist es auf Plácido Domingos Webseite zu lesen, die noch immer sehr viele Termine für den offiziell 78-jährigen, möglicherweise aber noch vier Jahre älteren Weltstar aufweist.

Von feuchten Küssen, nächtlichen Anrufen und ungefragten Besuchen in der Garderobe ist die Rede. "Er hat dich immer auf irgendeine Art und Weise angefasst und dich immer küssen wollen", berichtet sie weiter. "Ein Geschäftsessen ist nicht seltsam, aber wenn jemand währenddessen versucht, deine Hand zu halten oder seine Hand auf dein Knie zu legen, ist das seltsam", sagt eine der Frauen. Und er habe ihnen beruflich geschadet, wenn sie sich verweigerten, berichten die Frauen übereinstimmend. Eine Mezzosopranisten, die an der Los Angeles Opera engagiert war (dort ist Domingo Intendant), sagte: "Es gibt eine Tradition, Frauen vor Domingo zu warnen: Man soll um jeden Preis Kontakt mit ihm vermeiden und vor allem darf man nicht mit ihm allein sein".

Plácido Domingo gilt als einer der erfolgreichsten und mächtigsten Männer in der Opernwelt.

Neben den neun Frauen, erzählten ein halbes Dutzend andere weibliche Kollegen des Sängers, dass auch sie sich bei Domingo unwohl gefühlt hatten. Einige sagten, die versprochenen Jobs hätten sie nie bekommen. Nur eine der Frauen wird in dem Bericht namentlich erwähnt - Patricia Wulf, eine Opernsängerin (Mezzo-Sopran), die mit Domingo in der Washington Oper zusammenarbeitete. Auch habe keine schriftliche Beweise, etwa Briefe oder SMS-Nachrichten, vorlegen können. AP hat nach eigener Aussage aber mit weit mehr als 30 Sängern, Tänzern, Orchestermusikern, Gesangslehrern und anderen Mitgliedern der Branche gesprochen, die bezeugten, unangemessenes sexuelles Verhalten Domingos beobachtet zu haben. Domingo habe die Frauen auch verbal belästigt und sich ständig mit ihnen verabreden wollen. "Die Vorwürfe der namenlosen Individuen sind sehr verstörend und in der Art, wie sie präsentiert werden, falsch", erklärt er.

"Natürlich ist es trotzdem schmerzhaft zu hören, dass ich jemanden verletzt haben soll - ganz egal, wie lange es her ist und trotz meiner besten Absichten".

Domingo glaubte, schreibt er, "dass alle meine Interaktionen und Beziehungen immer gut aufgenommen wurden und einvernehmlich waren".

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