Bildungsmonitor: Hessen auf Platz zehn

Unterricht am Gymnasium

Spitzenreiter beim Ländervergleich ist Sachsen vor Bayern und Thüringen. Das geht aus dem "Bildungsmonitor 2019" hervor, den die wirtschaftsnahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) am Donnerstag in Berlin vorgelegt hat. So bekam Baden-Württemberg Pluspunkte dafür, dass dort Grundschüler schon früh in Fremdsprachen unterrichtet werden, was auch mit der Nähe zum europäischen Ausland zu tun hat.

Schlusslicht im Bildungsvergleich ist Berlin. Im Vorjahr lag Bremen auf dem letzten Platz.

In der Studie werden neben dem Leistungsstand von Schülern in den Bundesländern auch andere Faktoren miteinander verglichen.

Untersucht wird zum Beispiel, wieviel Geld ein Bundesland pro Schüler ausgibt, wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern oder wie hoch der Anteil jüngerer Lehrer ist.

In die Auswertung flossen 93 Indikatoren ein, die sehr viele Bereiche abdecken, etwa die Betreuungsrelation in Kitas, die Bildungsausgaben pro Schüler und Student, die Klassengrößen, Lese- und Rechenkompetenzen von Neuntklässlern oder die Investitionsquote beruflicher Schulen.

Die INSM, in deren Hand die Studie liegt, wird nach eigenen Angaben von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.

Den Sieger Sachsen loben die Autoren unter anderem dafür, dass viele Kinder in Kindergärten und Grundschulen ganztags betreut würden, dass nur wenige Schüler nicht die Mindeststandards in Mathe oder Lesen erreichten.

Sachsen kann sich derweil erneut freuen: Bereits zum 14.

Die Studie empfiehlt, Integration und Sprachförderung voranzutreiben und die Schüler stärker an die Digitalisierung heranzuführen - auch durch bessere technische Ausstattung der Schulen. Die Hauptstadt hingegen kommt im Bildungsmonitor 2019 gar nicht gut weg. Nun werden zahlreiche Baustellen aufgelistet.

Zudem hätten in Sachsen-Anhalt 40 Prozent der ausländischen Schulabsolventen keinen Abschluss geschafft, bundesweit seien es 18,1 Prozent gewesen. Viele ausländische Schüler verließen die Schule ohne Abschluss, heißt es.

Mängel gibt es auch bei der beruflichen Bildung: Gemessen an der Bevölkerung im entsprechenden Alter seien 2018 weiterhin relativ wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten worden, heißt es. Trotz deutlicher Verbesserungen verzeichnete Berlin demnach mit 56,1 Prozent die niedrigste Quote (Bundesdurchschnitt: 67,7 Prozent).

Die Studie wurde an diesem Donnerstag vorgestellt und ergab: Sachsen erzielte im Schnitt die meisten Punkte - mit deutlichem Abstand vor dem zweitplatzierten Bayern.

Hessen hat einer aktuellen Bildungsstudie zufolge Defizite beim Fremdsprachenunterricht und bei der Lehrer-Schüler-Relation. Positiv vermerken die Experten, dass das Zahlenverhältnis Schüler-Lehrer in Berlin gut sei, an Gymnasien sogar bundesweit am besten. Im Jahr 2017 seien es nur 1,8 Prozent gewesen, der Bundesschnitt habe bei 9,2 Prozent gelegen. Berlin belege damit den vierten Platz aller Bundesländer. Hessen erreicht damit den besten Wert aller Bundesländer.

Der Studienleiter vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Axel Plünnecke, forderte mehr Ausgaben für Bildung. "Wir brauchen dringend einen weiteren Ausbau von Kitaplätzen und Ganztagsschulen, mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung, Investitionen in digitale Bildung und mehr Mittel zur individuellen Förderung in sozialen Brennpunkten", erklärte Plünnecke. "Die bisherigen Anstrengungen reichen offensichtlich nicht aus", kritisierte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr.

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